Pilgerfahrt nach Leek

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 26. September 2017 12:09

Im Lutherjahr auf Pilgerfahrt
Die Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde besuchte
ihre Partnergemeinde in den Niederlanden

Besucher aus Rathenow mit ihren Gastgebern vor der Hoeksteenkirche in Leek

Seit 27 Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen der Protestantischen Gemeinde Leek-Oldebert und der Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde in Rathenow. Vom 22.09.-24.09.2017 traf eine Besuchergruppe aus Rathenow in Leek ein. Luise Freitag, Inge Steinke und Viola und Heinz-Walter Knackmuß waren schon am 21.09.2017 nach Leek gereist und wurden von Gé und Bert de Poel herzlich empfangen. Sie haben um das Haus einen herrlichen Garten, der jedes Jahr schöner wird. Der niederländische König, Willem-Alexander, war am Donnerstag, den 21.09.2017, in Groningen und führte Gespräche mit Menschen, die durch Erdbeben bei den Gasbohrungen geschädigt worden waren. In der niederländischen Tageszeitung „Dagblad Noorden“ war auch zu lesen, dass im Brandenburgischen Lebus Deutsche ein geschütztes Bison abgeschossen hätten.

Garten von Gé und Bert de Poel

Es wachsen 1.478 verschiedene Pflanzen und Bäume darin. Es gab natürlich auch einen kleinen Küchengarten, wo Gé de Poel die frischen Kräuter für das Abendessen holte. Louise Henriette von Oranien hatte als niederländische Prinzessin bei ihrem Mann, dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1620-1688) natürlich auch den Garten neben dem Stadtschloss in Berlin (heute Lustgarten) als guten Vitaminspender benutzt. Bert de Poel hat auch das Wappen seiner Familie im Haus.


Wappen der Famlie de Poel

Bert des Poel fuhr mit uns nach Groningen-Süd, wo Toes Pluijter-Hamminga 2016 ihre letzte Ruhe fand. Wir sangen an ihrem Grabe:

  1. Ach, wie flüchtig, ach wie nichtig
    ist des Menschen Leben!
    Wie ein Nebel bald entstehet
    und auch wie der bald vergehet,
    so ist unser Leben sehet.
  2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig
    sind der Menschen Sachen!
    Alles, alles, was wir sehen,
    das muss fallen und vergehen,
    wer Gott fürcht´, wird ewig stehen.

Video

Dann zündeten wir eine Kerze an, stellten Blumen aus Rathenow auf das Grab und sprachenein Vaterunser. Toes Pluijter war das erste Mitglied im Förderkreis aus den Niederlanden.

Grab von Toes Pluijter-Hamminga

Dann fuhr Bert de Poel mit uns nach Assen, wo in einem riesigen Blumenmarkt, Pflanzen und Blumenzwiebeln gekauft wurden. Sie sollen dann in Rathenow wachsen und gedeihen.


Ankunft der Rathenower in der De Hoeksteen kerk


Die meisten Rathenower waren am Freitag, den 22.09.2017 angereist und so begann das Treffen am Samstag, den 22.09.2017 in der Nienoordkapel (Kerk op de Dam) mit einer Andacht mit der Pfarrerin Elly de Rover und dem Organisten Franz van de Berg. Nach einem Spaziergang durch das Zentrum von Leek gab es in der Kerk op de Dam einen Lunch und dann machten sich die Besucher und ihre Gäste nach Groningen auf, wo der Bahnhof besichtigt wurde und dann eine Grachtenfahrt erfolgte. Nach der Bootsfahrt lief die Gruppe an der Synagoge vorbei bis zum Scheepvaartmuseum, wo eine Ausstellung vom Beginn der Schifffahrt bis zu den neuen Containergroßschiffen gezeigt wurde. Daneben gab es einen Film über die Geschichte der Hansestadt Groningen und viele interessante Details wie eine Darstellung der Silhouette von Lübeck im Mittelalter.


Hafenrundfahrt in Groningen


Am Abend wurde in der neu rekonstruierten De Hoeksteenkerk zu Abend gegessen und anschließend wurden Deutsche Volkslieder gesungen, wobei Pfarrer Wolf Schöne die Sänger auf seiner Gitarre begleitete. Das Liederheftchen war von den Niederländern zusammengestellt worden und enthielt auch „Die Lorelei“ und „Der Mond ist aufgegangen.“ Uke Osinga, die Vorsitzende der Rathenow-Commissie und die Sekretärin der Commissie Siety Douma und der Penningmeester (Schatzmeister) der Commissie Herman Smith hatten mit Gé de Poel und Elze Elzes alles geplant und vorbereitet. Die De Hoeksteen-Kirche war gerade frisch umgebaut worden. Es sind neue elegante Sanitäranlagen eingebaut worden und ein neuer Steinfußboden ist überall in den Vorräumen verlegt worden.


Elegante neue Sanitärräume in der De Hoeksteen kerk

Es wurden die Andachts- und Gebetsräume neugestaltet und eine neue Empore eingebaut. Ohne einen anonymen Spender, der 60.000,00 € für die Emporen zur Verfügung stellte, wäre das Projekt aber beinahe gescheitert.




De Hoeksteen kerk mit neuer Empore

Am Sonntag wurde nach dem Frühstück in den Gastfamilien ein Gottesdienst mit der Pfarrerin Elly de Rover in der De Hoeksteen-Kirche gefeiert. Es waren ca. 400 Besucher zum Gottesdienst gekommen.






Gottesdienst in der De Hoeksteen kerk


Zusätzlich kommen immer auch ca. 100 Menschen zum Gottesdienst in die Nienoordkapel. Die Niederländischen Kirchen müssen sich selbst finanzieren und haben eine strengere Gottesdienstordnung als wir. Die gesamte Kirche ist vom Calvinismus geprägt. Elly de Rover predigte über das Navigationssystem in unserem Leben. Sie las dazu eine Geschichte aus dem Alten Testament, wo Jakob vor seinem Zwillingsbruder Esau fliehen musste, weil er ihn um das Erstgeburtsrecht betrogen hatte. Er schläft im Freien und träumt, dass dort eine Himmelsleiter ist, wo die Engel immer auf- und abstiegen. Er bittet daraufhin Gott mit ihm zu sein auf seiner Flucht. (Mose 28,10-22). Dann las sie die Geschichte aus Matthäus 14,22-33, wo Jesus auf dem See Genezareth geht und Petrus ihm entgegengeht, aber dann doch Angst bekommt und in den Wellen versinkt, sodass ihn Jesus retten muss.




Pfarrerin Elly de Rover


Elly de Rover knüpfte daran eine Predigt über die Menschen, die oft ein richtiges Navigationssystem in ihrem Leben suchen. Für Christen ist das Gott. Sie führte dann noch ein Experiment durch und füllte ein großes Glas mit Steinen. Dann meinte sie, dass man da noch kleine Steine und Sand dazugeben könnte, um das Glas zu füllen und da es noch nicht voll war, goss sie noch Wasser dazu und meinte, dass im Leben immer zuerst die wichtigen Sachen getan werden müssen und dann die kleinen Sachen dazukommen müssen. Pfarrer Wolf Schöne sang mit Lydia Jeschke im Gottesdienst das Lied "Ins Wasser fällt ein Stein." Hannelore Scharnbeck überreichte im Auftrag der Gemeinde aus Rathenow einen Keramikbrotteller mit der Aufschrift „500 Jahre Reformation“ und dazu passend eine Keramikabendmahlsweinkaraffe mit gleicher Aufschrift sowie ein Panoramabild von Wittenberg.



Nach dem Gottesdienst gab es ein gemeinsames Mittagessen und eine Einladung der Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde an die Gemeinde in Leek-Oldebert vom 28.09.-30.09.2018 nach Rathenow zu kommen.



© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß 24.09.2017

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