Dagmar Ziegler (MdB) am 18.06.2018 in Sankt-Marien-Andreas

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 20. Juni 2018 14:00

Dagmar Ziegler MdB mit den SPD-Granden von Rathenow Hartmut Rubach
und Manfred Lenz in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow

Am 18.06.2018 besuchte die SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler begleitet  von Hartmut Rubach und Manfred Lenz die Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow und ließ sich bei einer Führung durch die Kirche etwas über die Ursprünge und die Geschichte der Stadt der Optik berichten. Das Geburtshaus des Begründers der Optischen Industrie in Rathenow, Johann Heinrich August Duncker, steht direkt gegenüber der Kirche. Er war Pfarrer in Rathenow und hat mit der Erfindung der Vielschleifmaschine den Grundstein für die Optik in Rathenow gelegt, denn mit dieser Maschine war es erstmals möglich, Gläser mit exakten Dioptrien herzustellen. Die Geschichte der Sankt-Marien-Andreas-Kirche wurde abrupt am 28.04.1945 beendet, denn von Brandgranaten getroffen, war sie am Ende des Krieges eine Ruine. Die Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde hat dann unter schwierigsten Umständen durch den unermüdlichen Einsatz des Pfarrers Friedrich Kordt die Kirche notdürftig wieder aufbauen können. Es fehlten 1990 allerdings der Turm und aus dem Chorraum waren große Bäume gewachsen. Der Chor war als Ruine belassen worden. Seit 1996 bemüht sich ein Förderkreis um den Wiederaufbau des Gotteshauses. Die erste Aktion des Förderkreises war die finanzielle Unterstützung der neuen Fenster im Chorraum nach den Entwürfen von Gerhard Henschel. Die Bundestagsabgeordnete der SPD Dagmar Ziegler war besonders von dem Rathenower Toleranzfenster „Das geöffnete Kreuz“ begeistert. Es zielt auf das friedlche Miteinander aller Religionen auf der Erde ab, von denen beispielhaft das Judentum, der Islam, der Buddhismus und Jesus Christus dargestellt werden. Der Böhmische Marienaltar hat seine eigene Geschichte, die durch eine Begebenheit auf einem Amtsärztekongress in Rostock-Warnemünde doch die kleine Gruppe zum Schmunzeln brachte, denn ein Amtsarzt aus Oldenburg, ein strenger Katholik aus Bayern, musste dort den Spruch von drei Heiligen lernen: „Die Margarethe mit den Wurm, die Barbara mit dem Turm und die Katharina mit dem Radel – das sind die Heiligen drei Madel“ und zeterte hinterher:“Das deprimierendste Erlebnis des Warnemünder Kongresses war für mich, dass ich von einem evangelischen Sozi aus dem gottlosen Brandenburg den Spruch mit den heiligen drei Madeln lernen musste.“ Die Bundestagsabgeordnete ließ sich auch den Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Mittelschiff erläutern und wurde praktisch in den Aufbau der Rippen eingewiesen, der auch heute noch eine hohe Kunstfertigkeit und viel Spezialwissen erfordert. Pfarrer Andreas Buchholz begleitete die Bundestagsabgeordete auf den Turm, wo sie die einmalige Aussicht über das Havelland mit dem Band der Havel genoß und nun verstand, dass der Tourismus ein wichtiges Standbein in der Region ist. In das Gästebuch des Förderkreises schrieb sie: „Dank des großartigen Engagements des Förderkreises entwickelt sich die Kirche zu einer wahren Heimstadt von Geschichte und Religion weiter. Ich wünsche den Mitgliedern weiterhin viel Herzensfreude und eine Schar von Förderern und Spendern. Dagmar Ziegler, M d B, Rathenow, den 18.06.2018“  Die Bundestagsabgeordnete informierte sich über den Stand des Wiederaufbaus des Gotteshauses und spendete bei ihrem Besuch die Säulensteine Nr. 12048 – 12057 für den Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum der Kirche. Der Förderkreis bedankt sich für die Spende und den Besuch.

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß 18.06.2018







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