Jahresbericht 2009

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 8. February 2011 13:50


 

Jahresbericht 2009
des Vorsitzenden
des Förderkreises zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V.,
Dr. Heinz-Walter Knackmuß,
gehalten auf der ordentlichen Mitgliederversammlung des Förderkreises,
am 27.06.2010 um 11:00 Uhr,
in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow.

1. Baugeschehen 2009
Der 06.09.2009 war ein besonderes Datum in der Geschichte der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Am 06.09.1959, also genau vor 50 Jahren konnte das Kirchenschiffes mit einem festlichen Gottesdienst nach der schweren Zerstörung im Jahre 1945 wieder eingeweiht werden. Hannelore Scharnbeck hat in einem sehr schönen Artikel im Gemeindeblatt 2009 die Schwierigkeiten beim Wiederaufbau des Kirchenschiffes nachgezeichnet. Sie ist eine Zeitzeugin und konnte sich an viele Details gut erinnern. Die Decke aus so genannten Sauerkohlplatten, technisch Holzwolle-Leichtbauplatten (HWL-Platten), sollte nur provisorisch eingebaut werden. Man hoffte der Einbau der Sterngewölbe würde bald folgen.. Aber wie es mit solchen Provisorien geht. 50 Jahre haben sie in der Kirche als Deckenverkleidung gedient. Erst mit dem Wiederaufbau der Sterngewölbe 2009 ist das Provisorium  verschwunden.
Was für ein Jahr war das Jahr 2009 für die Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde in Rathenow? Das Dach ist neu eingedeckt und die vier Sterngewölbe im Kirchenschiff sind fertig. Doch wir wollen der Reihe nach gehen. Ich bin ganz begeistert von der Schönheit der Sterngewölbe im Schiff. So schön hatte ich mir das nicht vorstellen können. Ebenso hätte ich eine so großen Spendenfreudigkeit der Menschen in der Stadt Rathenow und der Freunde der Stadt in Deutschland nicht erwartet. Das umfangreiche Baugeschehen, was 2009 absolviert wurde hatte seinen Anfang 2007. Der Förderkreis wollte für Dach und Gewölbe 200.000,00 € an Spenden aufbringen. Pfarrer Andreas Buchholz meinte:“ Das wird nicht reichen. Der Förderkreis müsste sich verpflichten, 250.000,00 € zur Verfügung zu stellen, damit eine gesicherte Finanzierung der Bauvorhaben möglich ist.“ Der Förderkreisvorsitzende, Dr. Heinz-Walter Knackmuß und der Schatzmeister, Wolfgang Krüger, gingen daraufhin zur Volksbank und baten um einen Kredit um auf die Summe von 250.000,00 € für den Wiederaufbau der Kirche zu kommen. Der Vorstandsvorsitzende Siegfried Mertin, wollte unser Anliegen wohlwollend prüfen. Gleichzeitig startete der Förderkreis am 11.02.2007 in einer Auftaktveranstaltung eine beispiellose Dachsteinaktion für das kaputte Kirchendach.
Viele Spender beteiligten sich an dieser Aktion und die Presse war so freundlich und unterstützte von 2007 - 2009 diese Aktion nach Kräften, sodass wir Ende 2009 sagen konnten. Die Spendenfreudigkeit der Rathenow und vieler Menschen in der ganzen Bundesrepublik, in den Niederlanden und der Schweiz für das Wahrzeichen der Stadt, die Sankt-Marien-Andreas-Kirche, war so groß, dass die 250.000,00 € allein aufgebracht werden konnten, ohne einen Kredit der Volksbank in Anspruch zu nehmen.

Gesamtkosten der Bauarbeiten 2009

Dach und Gewölbe des Kirchenschiffes 2009

Aufschlüsselung der Kosten

Fördermittel Land Brandenburg/Stadt Rathenow

300.000,00 €

Förderkreis zum Wiederaufbau

250.000,00 €

Ev. Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische-Oberlausitz

125.000,00 €

Kirchenkreis Nauen-Rathenow

  75.000,00 €

Aktion "Aus 2 mach 3"

  66.000,00 €

Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde Rathenow

  10.000,00 €

Gesamtkosten des Projektes

826.000,00 €

DANKE AN ALLE SPENDERINNEN

DANKE AN ALLE SPENDER

2. Grundsteinlegung
Am Sonntag, den 17. Mai 2009 fand um 10:00 Uhr ein Festgottesdienst in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche zur Grundsteinlegung des Wiederaufbaus der Kreuzgewölbe im Kirchenschiff und zur Erneuerung des Daches der Kirche statt. Es bestand  nach dem Gottesdienst die Möglichkeit Gewölbeziegel für das Kreuzgewölbe zu signieren. Viel Menschen wollten dabei sein und signierten Steine. Der damalige Bundesaußenminister und Vizekanzler, Dr. Frank-Walter Steinmeier, konnte an diesem Tag nicht nach Rathenow kommen und so fuhren Pfarrer Andreas Buchholz, Roland Schulze und ich zwei Tage später ins Außenministerium nach Berlin, wo der Bundesaußenminister gleich zwei Steine signierte. 

3. Das neue Dach des Kirchenschiffes
Für die Neueindeckung des Daches des Kirchenschiffes wurden Biberschwänze benutzt, die viel schwerer waren als die alten Dachziegel. Das bedeutete, der Dachstuhl musste ertüchtigt werden, damit die schwere Dachziegellast getragen werden konnte. Dabei stellte sich auch heraus, dass ein paar Balken durch das regendurchlässige Dach so angegriffen waren, dass sie ausgetauscht werden mussten. Die Zimmerleute der A-Z Holzbau Zimmerei  aus Berlin hatten alle Hände voll zu tun. Die Dachdecker der Rathenower Dachdeckerfirma Weber&Co. hätten gern zügig das Dach gedeckt, aber sie waren abhängig von den Berliner Zimmerleuten, und das dauerte. Am 12.11.2009 war es dann geschafft. Die Rathenower Dachdecker konnten stolz verkünden. Das Dach ist dicht. Die Gerüstbauer aus Luckau von der Spree Gerüstbau GmbH waren natürlich die Ersten, die mit den Arbeiten an der Kirche begannen. Sie hatten im Schiff ein stählernes Gerüst gebaut, das zwei Arbeitsebenen trug. Die erste Ebene gehörte den Gewölbeerbauern und die zweite Ebene den Zimmerleuten für die Verstärkung des Dachstuhls. Um die Kirche hatten sie für die Dachdecker noch zwei zusätzliche Gerüste stellen müssen.

4. Baustellenführungen
Die Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde bot Baustellenführungen am  16.07.2009 und 29.09.2009 an, die ein großer Erfolg wurden, denn obwohl diese Führungen zu denkbar ungünstigen Zeiten angeboten wurden, kamen die Menschen in Scharen. Der Sicherheitsinspektor verbot dann diese Führungen. Es wäre zu gefährlich, die Menschen auch auf das Gerüst klettern zu lassen. Ich glaube, er hatte recht. Auch Bert de Poel und seine Frau Gé aus den Niederlanden waren auf der Baustelle und durften das Baugeschehen auf der Baustelle miterleben – zum Glück noch ehe der Sicherheitsinspektor die Baustelle für Besucher sperrte.

5. Sterngewölbe
Bei den vier Sterngewölben wurde von der Roland Schulze Baudenkmalpflege aus Potsdam eine sehr gründliche Analyse der alten Gewölbeansätze vorgenommen und in enger Abstimmung mit der Landesdenkmalschutzbehörde Schritt für Schritt der selten ausgeführten Arbeiten geplant. Zuerst mussten schadhafte Steine herausgenommen werden und in den Arkaden durch Dreiviertelstabsteine ersetzt werden.
Die Hauptschwierigkeit gab es aber für den Zimmermann Gerhard Rühlicke aus Michendorf, der die Lehrgerüste für die vier Sterngewölbe errichtete. Die Lehrgerüste mussten für jedes der vier Sterngewölbe neu berechnet werden, denn das Kirchschiff ist kein richtiges Viereck, es verjüngt sich zum Turm hin. Trotzdem war Gerhard Rühlicke stolz auf diese Arbeit. Er meinte: „ Das macht man als Meister nur einmal im Leben.“ Bei dem Neubau der Kreuzgewölbe konnte man auch deutlich die Unterschiede zwischen Theorie und Praxis sehen. Bei den theoretischen Erwägungen war man davon ausgegangen, dass die Lehrgerüste für die Sterngewölbe immer hin und her geschoben werden können. In der Praxis konnte man nun erkennen, dass  die Bögen der Kreuzgewölbe ineinander übergehen und keine Verschiebung möglich war und noch dazu unterschiedliche Maße hatten. Diese Planungsarbeiten dauerten vom Frühjahr bis zum Herbst. So zog der Wiederaufbau der Sterngewölbe im Schiff doch etwas hin.

Am 15.09.2009 mauerte Stefan Unkelbach den ersten Kreuzstein für die Rippenbögen und nun wuchs das Gewölbe in atemberaubendem Tempo. Zwischen den Rippenbögen entstanden die Gewölbekappen, die von den Maurern freihändig gemauert wurden. Wegen der Gewölbekappen musste das Lehrgerüst aus Holz bis zum Boden des Kirchenschiffs gebaut werden, damit keine Erschütterungen das Bauwerk störten. Holz ist elastischer als ein Stahlgestänge. Einen Schlussstein für ein Gewölbe wurde am 03.12.2009 um 11:00 Uhr eingesetzt. Wegen technischer Schwierigkeiten bei der Videoübertragung der Schlusssteinsetzung erfolgte die Schlusssteinlegung nicht von einer hochkarätigen Gruppe sondern ich durfte allein unter Assistenz des Staatssekretärs Martin Gorholt den Schlussstein setzten. Vor Weihnachten sollten alle Gewölbe fertig sein, aber der starke und ungewöhnlich frühe Frosteinbruch verhinderte die Fertigstellung aller Gewölbe. Sie konnten erst 2010 vollendet werden.

6. Dank an die Baufirmen
Allen Firmen mit ihren Arbeitern soll gedankt werden und natürlich dem Architekten Rüdiger Liedtke, der geduldig und rastlos Woche für Woche und auch mal zwischendurch alle Arbeiten koordinierte und aufgetretene Probleme löste. Heute dürfen wir das Ergebnis sehen. Welche Pracht ist über uns neu entstanden. Wir wollen die Sankt-Marien-Andreas-Kirche auch weiter  zum Lobe Gottes aufbauen und danken Gott, dass er so offenbar mit seinem Segen die Stadt Rathenow beschenkt.

7. Spenden
Die Spender waren so zahlreich, dass ich sie nicht alle erwähnen kann. Sie sind aber im Internet unter www.rathenow.org verzeichnet. Ein paar Spender möchte ich aber doch namentlich erwähnen.
1.Pfarrerin Charlotte Kopp
Pfarrerin im Ruhestand Charlotte Kopp aus Berlin spendete 2009  2.000,00 €  für den Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche.
2. Manfred Wolter
Am 27.05.2009  wurde Manfred Wolter aus Rathenow 70 Jahre alt. Zu einer großen Geburtstagsfeier mit 20 Gästen hatte er am 05.06.2009 in das Restaurant „ Zur Alten Stadtmauer“ eingeladen und darum gebeten, dass statt Blumen und Geschenke eine Geldspende für den Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche erfolgen sollten. Dabei kam eine stattliche Summe zusammen, die der Jubilar auf 725,00 € erhöhte.
3. Geometer Johannes Kuschel
Der Geometer und öffentlich bestellter Vermessungsingenieur  Dipl.-Ing (FH) Johannes Kuschel feierte am 27.06.2009 seinen 60. Geburtstag. Dabei kamen 760,00 € zusammen.
4. Luise Freitag
Luise Freitag feierte am 19.09.2009 ihren 75. Geburtstag. Statt Blumen und Geschenke erbat sie von ihren Gästen eine Spende zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow. Dabei kamen 410,00 € zusammen.
5. Erna und Med.-Rat Dr. med. Heinz Schaefer
Medizinalrat Dr. Heinz Schaefer und seine Frau Erna feierten am 22.10.2009 in der Lutherkirche in Rathenow nach 60 Ehejahre das seltene Jubiläum der Diamantenen Hochzeit Dabei kamen 700,00 € zusammen.
6. Pension „Zur Alten Stadtmauer“ in Rathenow
Familie Friedrich von der Alten Stadtmauer spendete 612,00 €
7. Liebemann
Werner Vogel aus Bonn spendete 500,00 €
8. Werner Galys
Der Apothker Werner Galys spendente 1000,00 € .
9. Horst Oestermann
Gerd Oestermann aus Großwudicke spendete 2.679,16 €.
10. Dr. Rüdiger Thurm
Dr. Rüdiger Thurm spendete  zu seinem 60. Geburtstag 700,00 €.
11. Der Verein Haus und Grund Rathenow und
Umgebung 
Der Verein Haus und Grund Rathenow und Umgebung spendete 500,00 €
12, Christa Hildebrand
Christa Hildebrand spendete nalässlich ihres 60. Geburtstages 800,00 €
13. Spenden von Dr. Heinz-Walter Knackmuß
Auch ich durfte mich in zwei Aktionen daran beteiligen.
Der Rotary Club Havelland nutzte den Tag des Ehrenamtes, am 28.10.2009, um mich im Blauen Saal des Kulturzentrums in Rathenow mit dem Kurfürstenpreis 2009 auszuzeichnen. In der Laudatio erklärte der stellvertretende Präsident des Rotary Clubs Havelland, der Augenoptikermeister Hermann Fischer, dass mit dem Kurfürstenpreis 2009 das Engagement für den  Wiederaufbau des Wahrzeichens der Stadt Rathenow seit 1996 gewürdigt werden sollte. Der Kurfürstenpreis ist mit 500,00 € dotiert. Das Geld stiftete ich sofort für den Wiederaufbau der Kirche.
Am 05.11.2009 feierte ich meinen 65. Geburtstag und erbat von meinen Gästen statt Geschenke eine Spende für den Wiederaufbau der Kirche. Dabei kamen 4.000,00 € zusammen.
Die Liste der kleinen und großen Spender ist schier endlos und der Presse ist es zu danken, dass durch die Veröffentlichung der Spender immer neue Menschen animiert wurden, auch etwas für den Wiederaufbau zu tun. Dabei muss man doch sagen, die Dachsteine haben das Gros der Spenden eingebracht. Ohne die Dachsteinaktion hätten wir die unvorstellbare Summe von 250.000,00 € nicht zusammen bekommen.
8. Hans Zimmermann – Fischzug des Petrus
Am 08.04.2009 schenkte Hans Zmmermann das erste farbige Glasfenster für das Kirchenschiff der Sankt-Marien-Andreas-Kirche an die Gemeinde. Es heißt „ Der Fischzug des Petrus“.
9. Neuaufnahmen
Der Förderkreis hat seit seinem Bestehen das erste Mal über 200 Mitglieder. Während des Jahres 2009 konnten 24 neue Mitglieder aufgenommen werden. Was mich dabei besonders freute, sind die Aufnahme junger Menschen, die dem Förderkreis beigetreten sind. Dabei sind ein 26 und ein 28jähriger. Das 200. Mitglied schickte seinen Aufnahmeantrag per E-Mail aus Beijing (Peking). Der Rathenower, Jörg Heise, wohnt zurzeit in China, wollte aber aus Verbundenheit zu seiner Heimatstadt den Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche unterstützen. Mitglieder des Förderkreises gab es in Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und Norwegen, aber noch nicht in China. Der Förderkreis freute sich über diese erste asiatische Mitgliedschaft. Wir konnten auch den Staatssekretär Martin Gorholt und die erste norwegische Bischöfin Rosemarie Köhn, die in Rathenow geboren ist, für die Mitgliedschaft im Förderkreis gewinnen.
10. Ausstellungen
1. Rudi Augustin
Am Ostersonntag 2009 wurde in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche die Verkaufsausstellung des Heimatmalers Rudi Augustin eröffnet. Der in Dortmund geborene Rudi Augustin wurde durch den Krieg nach Rathenow verschlagen, wo er seine große Liebe fand.  Die Kirchen und die havelländische Natur, faszinierten den Künstler immer wieder aufs neu. 
2. Krippenausstellung
Natürlich gab es auch im Advent die Krippenausstellung in der Kirche, die ja schon zu einer Tradition geworden ist.
11. Dank an das Kuratorium
Lassen Sie mich zum Ende noch einmal Gott Dank sagen für seine Unterstützung des Wiederaufbaus und für seinen Segen über die Stadt Rathenow. Danken will ich aber auch meinen Mitstreitern im Vorstand und Kuratorium und hier besonders den Schatzmeister Wolfgang Krüger und den geschäftsführenden Pfarrer Andreas Buchholz für die unermüdliche Arbeit zum Lobe Gottes.
12. Ausblick
Für das Jahr 2010  wollen wir kleinere Brötchen backen. Der Förderkreis hat sich verpflichtet das Geld für den Wiederaufbau des Kreuzgewölbes in der Marienkapelle zur Verfügung zu stellen. Damit wäre dann wieder ein kleines Detail der Kirche so aufgebaut, wie es vor der Zerstörung im zweiten Weltkrieg gewesen ist.

Lassen Sie mich schließen mit den drei Segensprüchen, die ich am 03.12.2009 bei der Schlusssteinsetzung der Sterngewölbe im Kirchenschiff sprechen durfte.
1. Gott erhalte die Sankt-Marien-Andreas-Kirche und mehre den Glauben der Menschen     in dieser Stadt
2. Gott schütze die Stadt vor Zerstörung und Krieg
3. Gott segne die Stadt Rathenow und ihre Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde

Dr. Heinz-Walter Knackmuß

 

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Für das Kuratoriumsmitglied des Förderkreises zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V., Bürgermeister Ronald Seeger, trug Norbert Heise bei der ordentlichen Mitgliederversammlung folgendes Grußwort vor:

„Sehr geehrter Herr Dr. Knackmuß, liebe Mitglieder des Fördervereins, werte Gäste,
ich freue mich sehr, heute in Vertretung des im Urlaub weilenden Bürgermeisters die Grußworte der Stadt Rathenow sprechen zu dürfen. Es ist in der Tat in diesem Jahr eine besondere Mitgliederversammlung, weil heute nicht nur mit Worten über den Stand des Wiederaufbaus unser St.-Marien-Andreas-Kirche informiert wird, sondern jeder auch unmittelbar sehen kann, dass und wie der Bau vorangeht. Der Wiederaufbau der St.-Marien-Andreas-Kirche ist eine Erfolgsgeschichte mit vielen Kapiteln und zahlreichen Mitwirkenden. Ich möchte hier nur exemplarisch einige Ereignisse kurz anreißen, die die Größe dieser Aufbauleistung verdeutlichen. In den Jahren 1999 2002 konnte mit Spenden des Förderkreises und mit Fördermitteln der Turm wieder aufgebaut werden. Dabei war die Montage der Kirchturmspitze mit einem Hubschrauber der Bundeswehr ein bisher noch nie da gewesenes, überregional ausstrahlendes Ereignis. Die ganze Stadt war auf den Beinen und überall verfolgten die Rathenower, sowie viele Gäste die spektakuläre Montageaktion mit großem Interesse. So kreativ und einzigartig die Kirchturmmontage war, so erfinderisch zeigte sich der Förderkreis, wenn es darum ging, Unterstützer zu finden und Spenden einzuwerben. Erinnert sei an die Kupferplattenaktion, mit deren Hilfe der notwendige Bauherrenanteil für den Turm zusammenkam. Aber auch Bausteine und Stifterbriefe an die Spender auszugeben, animierte viele Menschen, den Wiederaufbau der Kirche zu unterstützen. Viele, auch prominente Förderer außerhalb Rathenows, wurden angesprochen und halfen mit Spenden oder wurden Fördervereinsmitglied. So sind Heute praktisch das gesamte Gebiet der Bundesrepublik, aber auch die Niederlande und die Schweiz im Verein vertreten. Neben dem eigentlichen Zweck ist das auch ein Stück Standortmarketing für unsere Stadt, das der couragierte Förderkreis mit seinem umtriebigen und hartnäckigen Vorsitzenden für die Stadt Rathenow leistet. Und vom Marketing versteht man etwas, wie z.B. die Dachsteinaktion mit anschließender medialer Nachbereitung beweist; Getreu dem Grundsatz: Tue Gutes und rede und schreibe davon! Insofern ist es nur recht und billig, wenn auch die Stadt diese Arbeit nach Kräften unterstützt, denn es geht schließlich nicht nur um den Wiederaufbau eines sakralen Bauwerkes, sondern um die Wiederherstellung des Wahrzeichens der Stadt Rathenow, das schon aus weiter Ferne den Besucher grüßt. Einwerben von Fördermitteln hilfreich zu sein. So werden wir uns weiterhin bemühen, mit Rat und Tat bei Antragstellungen, Vertragsverhandlungen und dem Mit einer Unterstützung von 300.000,00 €, anteilig finanziert von Bund, Land und Stadt, wird es möglich sein, die Gesamtbausumme für die Wiederherstellung von Dach und Kreuzgewölbe in Höhe von 820.000,00 Euro zu bewältigen. Dass Sie, sehr geehrter Herr Dr. Knackmuß und der Förderkreis, mit der erwähnten Hartnäckigkeit dieses Ziel erreichen werden, steht für mich außer Frage. Und dies will ich abschließend mit einem Zitat des französischen Schriftstellers Antoine de Saint- Exupery begründen. Dieser sagte: Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen und Arbeiten einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer. Er sagt uns damit, Sehnsucht, Glaube und Zuversicht sind die wichtigsten Motivatoren, das hochgesteckte Ziel, den Wiederaufbau,zu erreichen. Sie, sehr geehrter Herr Dr. Knackmuß und der Förderkreis, haben diese Sehnsucht entfacht. Bleiben Sie Ihr treu und möge es Ihnen weiterhin gelingen, möglichst viele Mitstreiter zu motivieren, den Wiederaufbau der St.-Marien-Andreas-Kirche zu vollenden, zur Ehre Gottes und zur Freude der Rathenower Bürger.
Norbert Heise
Stellvertretender Bürgermeister der Stadt Rathenow


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