Biografie von Pfarrer Andreas Buchholz

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 3. Januar 2011 23:54

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Andreas Ulrich Klaus Buchholz wurde  am 11.06.1960 in Prenzlau (Uckermark) im dortigen Krankenhaus (ehemaliges Dominikanerkloster) geboren. Der Vater Ulrich Bertold Franz Buchholz war Pfarrer in Drense bei Prenzlau und in Brandenburg an der Havel, wo er  in der Christusgemeinde der Stahl -und Walzwerksiedlung seinen Dienst versah. Die Mutter Regine Edith Teichert war Hausfrau. Andreas Buchholz wurde in die erste Klasse der Dorfschule in Drense eingeschult, kam aber schon nach diesem ersten Schuljahr nach Brandenburg an der Havel, wo er bis zur 10. Klasse die Karl-Liebknecht-Oberschule besuchte.  Nach der Schule begann er von 1976 -1978 ein Lehre zum Baufacharbeiter beim VEB (Volkseigenen Betrieb) BMK (Bau- und Montagekombinat) Ost und war danach von 1978 -1979 als Betriebshandwerker im Luise-Henrietten-Stift in Lehnin tätig.   1979 legte er am Katechetischen Oberseminar in Naumburg an der Saale ein Notabitur ab und begann im gleichen Jahr an diesem Oberseminar ein Theologiestudium, das er 1985 als Diplom-Theologe abschloss. Von 1985 -1987 absolvierte Andreas Buchholz das Vikariat am Havelberger Dom und in Kirchmöser bei Brandenburg an der Havel. Nach seiner Ordination zum Pfarrer im Jahre 1987 durch den Bischof der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg, Gottfried Forck, in der Berliner Marienkirche war er von 1987 -1999 Pfarrer in Sadenbeck (Prignitz). Seit 1999 ist er geschäftsführender Pfarrer der Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde in Rathenow. Nach der Fusion der Kirchenkreise Rathenow und Nauen wurde er 2004 zum stellvertretenden Superintendenten des Kirchenkreises Nauen-Rathenow gewählt.
Am 01.03.1980 heiratete er Magdalena Agnes Ziethe und wurde in der St. Gotthardtkirche in Brandenburg an der Havel getraut. Am 15.02.1981 wurde der Sohn Imanuel Paul Ulrich, am 18.08.1983 die Tochter Miriam Ilse Regine, am 24.09.1986 der Sohn Samuel Andreas, und am 27.09.1997 die Tochter Samira Magdalena geboren. Das Ehepaar Buchholz hat bisher zwei Enkelkinder. Pfarrer Andreas Buchholz fährt gern Motorrad und Rennrad. Auch joggt oder läuft er gern. Sein Leitspruch lautet:


Verbum Domini manet in aeternum.

(Das Wort Gottes (wörtlich: des Herrn) bleibt in Ewigkeit). Jesaja 40,8

Pfarrer Andreas Buchholz ist seit dem 01.01.2000 Mitglied des Förderkreises und  des Kuratoriums des Förderkreises. Er hat viel zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche beigetragen. Wesentliche Impulse des Wiederaufbaus der Sankt-Marien-Andreas-Kirche und der Instandsetzung der Lutherkirche sind seinem Engagement zu danken. Am 11.06.2010 feierte er seinen 50. Geburtstag. Aus diesem Anlass gratulierte ihm die Kulturministerin des Landes Brandenburg, Dr. Martina Münch, herzlich und wünschte ihm Gottes Segen.

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Dr. Martina Münch gratuliert Pfarrer Andreas Buchholz zum 50. Geburtstag

Statt Blumen und Geschenke erbat er von seinen Gratulanten eine Spende zum Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum. Dabei kamen 1.601,50 € zusammen. Am 19.12.2010 bedankte sich der Förderkreis bei dem stellvertretenden Superintendenten und überreichte ihm Stifterbriefe und eine kleines Keramiktäfelchen mit dem Grundriss der Kreuzgewölbe in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche.



Pfarrer Andreas Buchholz
bei einer Predigt
am 24.07.2016
in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche


Pfarrer Andreas Buchholz hält einen Vortrag über den Pfarrer Johann Heinrich August Duncker im Blauen Saal des Kulturzentrums Rathenow am 14.01.2017 anlässlich des 250. Geburtstages des  Begründers der  Optischen Industrie in  Rathenow mit dem Titel :" Der praktische Gläubige - der gläubige Praktiker"


Video-Pfarrer Andreas Buchholz

14.01.2017







© Copyright :  Dr. Heinz-Walter Knackmuß 14.01.2017
 
Kontakt: Pfarrer Andreas Buchholz
               Kirchplatz 10
               14712 Rathenow
               Tel.: 03385-512390
               E-Mail: info@ev-kirche-rathenow.de
               Öffnungszeiten des Gemeindebüros: Mo - Fr  09:00 - 12:00 Uhr
                                                                  und  Di           14:00 - 16:00 Uhr


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Biografien

Biografie von Christa Eißer

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 3. Januar 2011 13:40

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Christa Charlotte Eißer, geborene Neils, wurde am 19.05.1936  in Rathenow, Berliner Straße 8 (heute Buchhandlung Tieke) geboren.  Am 05.07.1936 wurde Christa Eißer von Pfarrer Hubert Feist in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche getauft. Ihr Vater Oskar Otto Waldemar Neils war Steinmetzmeister. Ihre Mutter Gertrud Marie Elsa Neils, geborene Gärtner, war Putzmacherin. Am 18.04.1944 wurde die Wohnung der Familie Neils ausgebombt. Die Werkstatt im ehemaligen Betrieb des Vaters, Rathenow, Friedhofsweg 4, wurde zur Wohnung umgebaut und die Familie lebte vorübergehnd dort, bis am 28.04.1945 diese Wohnung auch durch den russischen Angriff  zerstört wurde. Die Familie wohnte dann in der Fabrikenstraße 10 (heute Wilhelm-Külz-Str. 10), bis der Vater 1954 das Einfamilienhaus am Friedhofsweg 3 baute. Christa Eißer besuchte die 1.- 3. Klasse in der Neuen Schule in Rathenow (Weinbergschule) und musste mit allen Mitschülern und Mitschülerinnen die dritte Klasse in der Geschwister-Scholl-Schule wiederholen, weil durch den Krieg so viel Unterricht ausgefallen war. Hier absolvierte sie die 8. Klasse. Die Reifeprüfung (Abitur) wurde ihr in der DDR (Deutschen Demokratischen Republik) versagt, weil ihr Vater selbstständiger Handwerksmeister war. Am 22.04.1951 wurde sie in der Lutherkirche in Rathenow durch den Superintendenten im Ruhestand Georg Heimerdinger konfirmiert. Ihr Konfirmationsspruch lautete: Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die grösste unter ihnen (1. Korinther 13,13).
 

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Von 1951- 1954 begann sie bei ihrem Vater und  in Sundhausen bei Gotha ein Lehre als Steinmetz. Sie war das einzige Mädchen in diesem Bereich. Nachdem sie die Lehre erfolgreich abgeschlossen hatte, arbeitete sie als Steinmetzin von 1954 -1955 bei der Firma Stuck- und Naturstein (Stuna) in Berlin. 1955 kehrte sie in den väterlichen Betrieb nach Rathenow zurück und begann im Winterhalbjahr von 1955 -1957 eine Ausbildung an der Meisterschule für Kunsthandwerk in Berlin (West). Am 18.12.1957 legte sie die Meisterprüfung ab. Ihr Meisterstück war der Schlussstein an der Marienkapelle.

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Meisterstück von Christa Eißer
Schlusstein an der Marienkapelle
(18.12.1957)

 

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Meisterbrief von Christa Eißer



Am 09.09.1959 heiratete sie den Bauingenieur Rudolf Edmund Ernst Eißer. Christa und Rudolf Eißer war das erste Paar, das  nach dem Wiederaufbau des Kirchenschiffes in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche getraut wurde. Der Superintendet im Ruhestand Georg Heimerdinger nahm die Trauung vor und überreichte eine Traubibel mit dem Trauspruch: Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen (1. Korinther 13,13). Der Taufstein, der Altar, die Sandsteinstufen zum Altar und zum Chorraum und der Fuß und die Stufen zur Kanzel in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche wurden im Steinmetzbetrieb Oskar Neils angefertigt. Das Geländer der Kanzel wurde von der Firma Stilcke gefertigt und von Christa Eißer vergoldet.

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Eintrag in die Traubibel des Ehepaares Eißer
durch Superintendent i.R. Georg  Heimerdinger


Am 29.01.1962 wurde dem Ehepaar der Sohn Christian und am 26.09.1971 der Sohn Rolf geboren. Der väterliche Betrieb wurde am 01.01.1974 an die Tochter übergeben. 1980 -1990 war Christa Eißer stellvertretende Obermeisterin der Berufsgruppe der Steinmetze des Bezirkes Potsdam. Beide Söhne traten beruflich das mütterliche Erbe an. An 01.09.1978 begann Christian Eißer in Dresden beim VEB (Volkseigenen Betrieb) Elbenaturstein die Steinmetzlehre. Damals wurde die Semperoper gebaut. Das war eine interessante Aufgabe auch für die Lehrlinge. Nach dem Abschluss der Lehre arbeitete er für den gleichen Betrieb am Berliner Dom. Er besuchte dann die Meisterschule in Demitz-Thumitz und legte am 07.10.1985 seine Meisterprüfung ab. Sein Meisterstück war der Taufstein in der Lutherkirche in Rathenow.
Am 01.09.1987 begann Rolf Eißer ebenfalls in Dresden beim VEB (Volkseigenen Betrieb) Elbenaturstein die Steinmetzlehre. In dieser Zeit wurden Arbeiten an den Brühlschen Terrassen, dem Johanneum (Verkehrsmuseum in Dresden) und nach der Lehre Arbeiten beim Wiederaufbau des Dresdener Schlosses, am Schloss Amalienborg in Kopenhagen und in Italien durchgeführt, bei denen er mitwirkte. Er besuchte dann die Meisterschule in Königslutter und legte am 19.02.1998 seine Meisterprüfung ab. Seine Meisterstücke waren Teile des Kranzgesimses für die Frauenkirche in Dresden.
Am 01.04.1997 übergab Christa Eißer den Betrieb an ihre Söhne. Der Betrieb nennt sich nun.

 

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Neils/Stein
Inhaber Gebrüder Eißer GbR
(Gesellschaft bürgerlichen Rechts)
Steinmetzmeister
Mitglied der Steinmetzinnung Brandenburg
14712 Rathenow- Heidefeld, Milower Landstraße 14 a,
Tel.: 03385-515770
14712 Rathenow, Friedhofsweg 4, Tel.:03385-547010

 

 

 

Zur Landesgartenschau in Rathenow im Jahre 2006 hat sie neben dem Torhaus eine Ausstellung von alten Grabdenkmalen eröffnet, die einen guten Einblick in die Stadtgeschichte gibt.

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Kunststein mit Glasplatte

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Goldarbeiter nannte man die Arbeiter in der
Optik, die Brillenfassungen aus Gold herstellten
 

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Hornarbeiter nannte man die Arbeiter in der Optik,
die Brillenfassungen aus dem Hornpanzer der Karettschildkröte
(Schildpatt) herstellten
 

IMG_ausstellung-eisser-3Gusseisernes Kreuz 
  
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Schmiedeeiserne Grabumzäunung
restauriert von der Firma Stilcke


 
Christa Eißer ist zwar offiziell im Ruhestand, aber sie ist doch noch häufig im Steinmetzbetrieb anzutreffen. Ihre besondere Zuwendung gilt ihren beiden Hunden einem Airdale-Terrier und einem Welsch-Terrier, mit denen sie ausgedehnte Spaziergänge unternimmt. Ihre zweite Leidenschaft ist das Rudern. Sie ist Frauenruderwart im Rathenower Ruderklub Wiking.
Am 10.02.1997 trat sie dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. bei, weil sie ihr Leben lang am Wiederaufbau dieser Kirche mitgewirkt hatte, in ihr getauft und getraut  worden war und nun neue Möglichkeiten des Wiederaufbaus sichtbar wurden. Als 1999 der Wiederaufbau des Turms der Sankt-Marien-Andreas-Kirche begann,  war die Firma  "Neils-Stein GbR" für die Sanierung des Kranzgesimses am Turmstumpf und für die Herstellung des Kranzgesimses aus rotem Sandstein für den neu erbauten Turmteil im Jahr 2001 verantwortlich. Am 13.06.2016 verstarb ihr Mann Rudolf Eißer  (*01.09.1930 - 13.06.2016) nach kurzer schwerer Krankheit.

 

Friedhofsführungen 

Christa Eißer ist Mitglied im Gemeindekirchenrat und im Friedhofsausschuss. Sie hat die von dem Friedhofsinspektor, Ernst Weinhold, begonnen Friedhofschronik fortgesetzt und macht regelmäßig interessante Führungen über den Friedhof in Rathenow. Die Friedhofsführungen dauern etwa 2 1/2 Stunden und erfreuen sich regen Zuspruchs. Sie ist Mitglied im Verein Memento e.V.
 
© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß (19.06.2016)

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Biografien

Biografie der Bischöfin Rosemarie Köhn

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 3. Januar 2011 09:17

 


  

Norske

Die erste  weibliche Bischöfin Norwegens, Rosemarie Köhn, wurde am 20.10.1939 in Rathenow (heute Kreisstadt des Landkreises Havelland/Bundesland Brandenburg) in Deutschland geboren. Rathenow liegt etwa 80 km westlich von Berlin und nennt sich selbst  "Stadt der Optik", weil der Pfarrer Johann Heinrich August Duncker mit dem königlichen Patent von 1801 für die Bearbeitung von Gläsern mit einer Vielschleifmaschine die Grundlagen einer optischen Industrie gelegt hat. Die Sankt-Marien-Andreas-Kirche, an der auch Johann Heinrich August Duncker gewirkt hat, wurde am 28.04.1945, also in den letzten Kriegstagen, von Brandgranaten getroffen und brannte völlig aus. Der Vater von Rosemarie Köhn, Karl Max Willy Köhn (*18.08.1909 in Rathenow – † 1967 in Hamm), war Optiker in Rathenow und reiste nach Skandinavien, um optische Geräte zu verkaufen. Die Mutter von Rosemarie Köhn, Eva Mathilde Sörlle (*04.05.1918 in Meraker – †27.02.2011in Drøbak ), sprach sehr gut Deutsch und arbeitete im Hotel, als sie sich in den deutschen Optiker verliebte. Die Hochzeit fand am 04.03.1939 im Nidarosdom in Trondheim statt.

 

clip_image001Nidarosdom in Trondheim 

 
Altes Bauernhaus im
Freilichtmuseum Trondheim

Video

Nach der Heirat ging die Mutter nach Rathenow, wo Rosemarie dann am 20.10.1939 geboren wurde und bis 1946 aufwuchs. Sie wurde in Rathenow  eingeschult und wohnte in der Fehrbelliner Str. 14, in der Heinrich-Heine-Str. 60 und in der Röntgenstr.1 A.

clip_image002Wohnhaus des Vaters in Rathenow, 
Fehrbelliner Straße 18

clip_image003Wohnhaus von Rudi Pietsch
Rathenow, Heinrich-Heine-Str. 60
Familie Köhn wohnte dort zur Miete

clip_image004Rathenow, Röntgenstr. 1A
Hier wohnte die Familie Köhn kurze Zeit

Da der Vater nach dem Krieg in amerikanischer Gefangenschaft festsaß, ging Rosemarie Köhn ging nach dem Krieg (1939 -1945) mit ihrer norwegischen Mutter 1946 nach Gjerdum, in der Nähe von Oslo.  Die Reise ging über ein Lager in Kleinmachnow in ein anderes Lager nach Hamburg und von dort mit einem Rotkreuzdampfer nach Oslo. Es war kurz vor Weihnachten als das Schiff durch den Fjord in Oslo anlangte und die kleine Rosemarie war von den vielen Lichtern, die dort von beiden Ufern leuchteten, fasziniert. In Deutschland musste ja während des Krieges alles verdunkelt werden. Die Mutter musste sich nach den damaligen Gesetzen in Norwegen von ihrem deutschen Mann trennen, sonst hätte sie keine Einreiseerlaubnis erhalten. Die Fronten zwischen Norwegern und Deutschen waren nach den Krieg aus verständlichen Gründen ziemlich verhärtet. Die Mutter hatte mit ihr nur Deutsch gesprochen und als man in Norwegen war und Rosemarie mit ihrer Mutter erzählen wollte, wurde ihr bedeutet, dass das nicht mehr ginge. Die deutsche Sprache war nach dem Krieg tabu und so musste das kleine Mädchen sehr schnell Norwegisch lernen. Nach der Schule studierte sie in Oslo Theologie und bestand 1966 das Staatsexamen als Theologin an der Universität Oslo. 1969 wurde sie vom Bischof Per Lonning zur Pfarrerin ordiniert. Danach war sie jahrelang Dozentin für Geschichte der Religion und religiöse Bildung an der Universität Oslo und verfasste 1971 eine hebräische Grammatik. Ihr Forschungsgebiet war die Prophetie.  Von 1993 - 2006 bekleidete sie als erste Frau in Norwegen das Amt einer Bischöfin von Hamar in der Norwegischen Staatskirche. König Harald V. von Norwegen ernannte sie zur Bischöfin  und lange Zeit war sie die einzige Frau in der Bischofskonferenz, an der der König und die Königin teilnahmen. In den Pausen bat sie die Königin Sonja in ihre Privatgemächer, denn sie beide waren ja in dieser Männerrunde die einzigen Frauen, was ein herzliche Bindung schaffte.

clip_image005Domkirche in Hamar

Die Bischöfin Rosemarie Köhn ist bekannt für ihre Toleranz. Als eine Pastorin, die lesbisch war, im Jahre 1999 auch noch ihre Partnerin heiratete, entzog die Synode ihr das Recht zu predigen. Darüber empörte sich die Bischöfin Rosemarie Köhn. Da in Norwegen gleichgeschlechtliche Ehen gesetzlich anerkannt sind, handele es sich um eine berufliche Diskriminierung, wenn Pastorinnen dieses Recht verweigert würde. Die Bischöfin setzte sich über alle Widerstände in der Kirche hinweg, und gewährte der Pastorin das Recht zu predigen. Im Herbst 2002 ordinierte sie zum ersten Mal in der Landeskirche Norwegens einen homophilen Pfarrer. (Ordination: Einsetzung eines Geistlichen in sein Amt).  Die Bischöfin Rosemarie Köhn arbeitete 2003 an der Frage des Rechts der Homophilen beziehungsweise der Lesben auf Kinderadoption. Die Bischöfin trägt die Verantwortung für die liberalen Traditionen der Toleranz im Bistum Hamar mit liebevoller Würde. Sie erhielt für ihre Verdienste als Bischöfin von Hamar 2004 den Sankt-Olav-Orden vom norwegischen König.

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Bischöfin Rosemarie Köhn 
mit dem
Sankt-Olav-Orden

Neben den Aufgaben als Bischöfin hat sie sich immer auch für Verkehrssicherheit und die Flüchtlingspolitik engagiert. Sie ist eine klare Befürworterin der Europäischen Union. Norwegen hatte 1994 in einer Volksabstimmung mit "Nein" votiert. " Ich finde, Norwegen sollte Mitglied werden. Es wird zu widersprüchlich, die Früchte der Erfolge der EU zu genießen, gleichzeitig aber keinen Einfluss ausüben zu können", sagt die Bischöfin. Sie ist sich dabei durchaus darüber im Klaren, dass sie in ihrem von Landwirtschaft geprägtem Bistum dafür viel kritisiert werden wird.

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Bischöfin Köhn mit der königlichen Familie
(von links: Königin Sonja von Norwegen, König Harald V. von Norwegen, Bischöfin Rosemarie Köhn und Bischof Andreas Aarflot)

Das Bistum Hamar wurde im Jahre 1153 durch den Kardinal Nikolaus Breakspere aus England, später Papst Hadrian IV., errichtet. In der Reformation wurde Bischof Mogens 1536 als Gefangener nach Dänemark gebracht. Seitdem ist der König das Oberhaupt der Kirche. Im Jahre 1567 wurde im Nordischen Krieg der Dom von Hamar durch schwedische Soldaten gesprengt. Heute sind die Reste der Ruine unter Glas zu bewundern. 327 Jahre lang gehörte Hamar zum Bistum Oslo. Die gemeinsame Domkirche war die "Var Frelsers Kirke" in Oslo. 1864 wurde Halvor Folkestad der erste protestantische Bischof von Hamar. Das Bistum Hamar umfasst fast vollständig die Fylker Hedmark und Oppland in Ostnorwegen. Es hat 370.000 Einwohner, die zu 90% der lutherischen Staatskirche angehören. Im Bistum gibt es 210 Kirchen, 40 Pastorinnen und 90 Pastoren.

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Rentiere überqueren eine Straße


Am 06.11.2009 trat sie dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. bei, weil sie den Wiederaufbau des im zweiten Weltkrieg schwer zerstörten Gotteshauses ihrer Geburtsstadt unterstützen wollte.
Am 26.01.2011 besuchte sie die Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow und war zu Tränen gerührt, als sie den Wiederaufbau der Sterngewölbe im Kirchenschiff bewundern durfte.

clip_image009Bischöfin Rosemarie Köhn mit Pfarrer Andreas Buchholz
vor der Sankt-Marien-Andreas-Kirche
in Rathenow

Anschließend trug sie sich in das Ehrenbuch der Stadt Rathenow ein. Sie berichtete, dass sie die Sankt-Marien-Andreas-Kirche brennend erlebt hat und dass ihre Mutter zu ihr sagte, dass nun auch die Hoffnung verschwunden wäre. Um so mehr freut sie sich jetzt, dass die Kirche mit dem Turm und den Sterngewölben wieder aufgebaut worden ist. Sie war den Tränen nahe, denn wenn sie an die Worte ihrer Mutter denkt, so kann sie heute sagen: “Die Hoffnung ist zurückgekehrt”. Der Bürgermeister würdigte das Wirken der Bischöfin in Norwegen.  Da sie eine gebürtige Rathenowerin sei, trage das auch zur Ehre ihrer Heimatstadt bei. Bischöfin Rosemarie Köhn berichtete, dass sie Theologie studiert habe, weil sie ein neugieriger Mensch sei. Sie wollte wissen, “was die Welt im Innersten zusammenhält”, um mit Goethe zu sprechen. Sie hat früh Hebräisch gelernt und fand die Sprache eine einfache alte Sprache, die sie aber leicht begreifen konnte. Als Professorin für praktische Theologie an der Universität Oslo hat sie eine Grammatik der Hebräischen Sprache geschrieben, die die Studenten in ganz Skandinavien dankend annahmen. Viele Theologen berichteten ihr später, dass sie durch ihre ganz logisch aufgebaute Grammatik erst das schwierige Staatsexamen in Hebräisch bestanden haben.

clip_image010Rosemarie Köhn trägt sich am 26.01.2011 ins Ehrenbuch der Stadt Rathenow ein
(von links:
Bürgermeister Ronald Seeger,  Bischöfin Rosemarie Köhn, Theologin Susanne Sönderbø, Roland Schmidt vom Westhavelland-TV)

clip_image011Eintrag im Ehrenbuch der Stadt Rathenow

Heute lebt die Bischöfin in Hamar. Wenn  sie eine Reise durch das Land macht, schlägt ihr immer noch eine breite Sympathiewelle der Menschen entgegen. Sie war nicht nur die erste Frau in Skandinavien im Bischofsamt. Sie hat durch ihre unkonventionelle moderne Art der Verkündigung viele Randgruppen der Kirche wieder in die norwegische Staatskirche eingebunden. Die Menschen verehren sie bis auf den heutigen Tag.

 

 

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1.
Die mittelalterlichen Ruinen der Kathedrale von Hamar

 

 

2. Königin Sonja von Norwegen

 

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3. Besuch bei der Bischöfin in Hamar vom 28.07.20011 – 01.08.
2011

 

4. Besuch der Bischöfin Rosemarie Köhn  in Rathenow (06.04.-08.04.2012)
Die Bischöfin Rosemarie Köhn wohnte bei ihrem Besuch in Rathenow in der Röntgenstraße 13, quasi in ihrer alten heimatlichen Straße in einem Wohnmobil.
www.fewo-rathenow.eu

Rundgang-1 Video

Rundgang-2 Video

5. Besuch der Bischöfin a. D. Rosemarie Köhn in Rathenow (23.04.-27.04.2014)

clip_image002Die königliche Bischöfin a. D. Rosemarie Köhn
in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche
mit einem Kreuzgewölbegrundrissstein

Die Bischöfin a.D. Rosemarie Köhn aus Hamar in Norwegen besuchte vom 23.04. -27.04.2014 ihre Geburtsstadt Rathenow und ließ es sich nicht nehmen, ihrer Taufkirche am 24.04.2014 einen Besuch abzustatten. Sie ist ein engagiertes Mitglied des Förderkreises zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e. V. und hat in ihrer ersten Predigt als Bischöfin von Hamar im Jahr 1993 auf die zerstörte Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow Bezug genommen. Damals wuchsen Bäume aus dem in Schutt und Asche gelegten Chorraum. Das Kirchenschiff war einfach zum Chorraum hin zugemauert worden und das Allerheiligste als Ruine belassen worden. Aber das Grün dieser Bäume war für die Bischöfin ein Zeichen von Hoffnung, dass das Gotteshaus wieder aufgebaut werden könnte und so ist es ja auch gekommen. 1995 war der Chorraum wieder mit einem Dach versehen worden. Die schadhaften Wände waren wieder aufgemauert worden und die Wand zum Kirchenschiff wurde entfernt. Es fehlen jetzt nur noch die drei Kreuzgewölbe im Chorraum, für deren Wiederaufbau sich auch die Bischöfin a. D. einsetzt.


clip_image002[1]Die Bischöfin a. D. Rosemarie Köhn
in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche

Die weltberühmte Königliche Bischöfin a.D. Rosemarie Köhn aus Hamar in Norwegen besuchte vom 23.04. -27.04.2014 ihre Geburtsstadt Rathenow. Sie war von 1993 -2006 als Königliche Bischöfin von Hamar in der Norwegischen Staatskirche tätig und hat damit Kirchengeschichte geschrieben, denn sie war seit Bestehen der christlichen Kirchen die zweite Frau im Bischofsamt. Mit Susanne Sonderbø besuchte sie am 24.04.2014 die Sankt-Marien-Andreas-Kirche, um deren Wiederaufbau sie sich sehr bemüht. Ein Bild von Helmut Neitzel in der am 20.04.2014 eröffneten Gemäldeausstellung „ Gott und die Welt“ hatte es ihr besonders angetan und sie kaufte es sofort, um ihm in ihrer kleinen Wohnung in Hamar einen Ehrenplatz zu geben. Das Grün der Bäume symbolisiert für die Bischöfin immer die Hoffnung. Aus dem im Zweiten Weltkrieg schwer zerstörten Rathenow mit ihrer norwegischen Mutter in Oslo angekommen, war für sie die Erinnerung an ihre ersten Kindheitsjahre in Rathenow immer präsent. Jetzt, wo sie im Alter den Wiederaufbau ihrer Taufkirche unterstützen kann, macht es ihr große Freude, zu sehen, wie das Gotteshaus wieder zum Lobe Gottes aufgebaut wird. Vielleicht wird sie eines Tages die zweite Ehrenbürgerin der Stadt Rathenow nach Erika Guthjahr, aber Gottes Mühlen malen langsam, wie der Volksmund mit Recht sagt.


Besuch in Rathenow vom 17.04.2017 -  21.04.2017

Bischöfin a. D. Rosemarie Köhn und Susanne Sonderbo  aus Hamar in Norwegen besuchten vom 17.04.2017 - 21.04.2017 die Geburtsstadt der Bischöfin Rathenow. Rosemarie Köhn erfüllte sich dabei einen Kindheitstraum und suchte im Garten in der Röntgenstr. 13 in Rathenow bute Ostereier und andere Ostersachen. Es war eine große Freude für sie


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Von links: Viola Knackmuß, Dr. Heinz-Walter Knackmuß (im Gewand des Bischofs Bodecker), Bischöfin Rosemarie Köhn, Landrat Roger Lewandowski, Susanne Sonderbo

 

Am 05.11.2009 feierte ich meinen 65. Geburtstag und hatte viele Gäste dazu eingeladen. Die Kreuzgewölbe im Mittelschiff wurden gerade aufgebaut und ich zeigte meinen Gästen aus Nordrhein-Westfalen am 06.11.2009 in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche, wie die Technik des Rippenaufbaus funktionierte, als zwei Frauen in die Kirche schlüpften und interessiert zuhörten. Susanne Sonderbo sagte: “Wir kommen aus Norwegen.“ Und ich fragte ihre Begleiterin, die Bischöfin Rosemarie Köhn: „Sprechen Sie Deutsch?“ „Wenig,“ meinte sie, „aber ich verstehe alles.“ Dann fragte ich die Bischöfin: „Wollen Sie Mitglied im Förderkreis werden?“ Und zu meiner großen Überraschung antwortete sie: “Ja,“ und füllte sofort mit feiner Handschrift den Aufnahmeantrag aus. Seitdem ist Rosemarie Köhn Mitglied im Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e. V. und trägt seit acht Jahre mit den anderen Mitgliedern die Last des Wiederaufbaus mit großer Begeisterung. Die 77-jährige Bischöfin ist heute von vielen Altersleiden geplagt, und es ist eine besondere Herausforderung für sie, sich auf den weiten Weg nach Rathenow zu machen. Auch wenn sie mit Susanne Sonderbo im eigenen Wohnmobil reist, bleibt es eine Reise, die immer wieder von Pausen zur Erholung von Körper und Seele unterbrochen werden muss.

Die Bischöfin Rosemarie Köhn aus dem norwegischen Hamar besuchte mit Susanne Sonderbo vom Ostermontag (17.04.2017) bis zum 21.04.2017 ihre Geburtsstadt Rathenow. Viele Kindheitserinnerungen verbinden sich mit ihrer Heimatstadt zum Beispiel wie sie als Kind Ostereier in Rathenow gesammelt hat. So war es ihr eine besondere Freude im Garten in der Röntgenstraße 13 noch einmal in ihrem Alter auf die Suche nach Ostereiern gehen zu dürfen. Sie und Susanne Sonderbo waren am 18.04.2017 natürlich in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Als die Bischöfin nach 1990 das erste Mal wieder in Rathenow war, sah sie die großen grünen Bäume im verwüsteten Chorraum der Kirche und sagte: „Gott schenkt der Stadt wieder neue Hoffnung. Man sieht es am Grün der Bäume.“ Diese Hoffnung, die sie beim Anblick des Grüns der Bäume in der vom Zweiten Weltkrieg so schwer zerstörten Kirche verband, war dann das Leitthema ihrer Predigt in Hamar, als sie 1993 ins Bischofsamt berufen wurde. Alle Zuhörer, auch der König Harald V. und seine Gemahlin die Königin Sonja, meinten, das sei einer ihrer besten Predigten gewesen. Am Mittwoch den 19.04.2017 empfing sie der Landrat des Landkreises Havelland, Roger Lewandowski, zu einem Gespräch und zu einem Fototermin. Der Landrat hat sich zu Ehren der Bischöfin extra eine lila Krawatte umgebunden. Er empfing die Bischöfin am Eingang der Kreisverwaltung und geleitete sie nach dem Fototermin am Arm in seine Amtsräume, wo ein kurzes Gespräch über das Schicksal der Bischöfin geführt wurde. Anschließend begleitete der Landrat die Bischöfin bis vor das Portal der Kreisverwaltung und verabschiedete sich von ihr. Es gab in der über 800jährigen schriftlich überlieferten Geschichte nur zwei Bischöfe, die in Rathenow geboren wurden, der Bischof von Brandenburg, Dr. Stephan Bodecker (*15.11.1384 -15.02.1459) und die Bischöfin von Hamar, Rosemarie Köhn (*20.10.1939). Die Rathenower Luft scheint für das Hebräisch besonders geeignet zu sein, denn der Bischof Bodecker sprach sehr gut Hebräisch und hatte auch ein hebräisches Lexikon herausgegeben. Er sammelte viele hebräische Schriften und setzte sich sehr für die damals entrechteten Juden ein. Die Bischöfin Rosemarie Köhn hat eine hebräische Grammatik herausgegeben, nach der alle Theologiestudenten in ganz Skandinavien lernten. Zu mir sagte sie einmal: “Das Hebräisch ist eine einfache Sprache.“ Die Grundregeln hätte sie sofort begriffen.  Rosemarie Köhn war die dritte Frau weltweit und die erste Frau in Norwegen, die das hohe kirchliche Amt einer Bischöfin bekleidete. Wegen der geschichtlichen Bedeutung der Bischöfin Rosemarie Köhn vermag man es kaum glauben, dass es in der Stadtverordnetenversammlung von Rathenow Abgeordnete gibt, die sich bei dem Votum für eine Ehrenbürgerschaft auf das Argument beschränken: „Was hat die Frau für die Stadt Rathenow getan?“ Wenn diese Frage von Atheisten käme, würde das jeder begreifen. Aber wenn eine engagierte Christin in so herausragender Position zu Disposition steht, ist das schwer nachvollziehbar. Aber wie schon Martin Luther vor 500 Jahren trefflich übersetzt hat: „Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht begriffen (Johannes 1,5).“ 

Die Bischöfin hat bei ihrem Besuch besonders die Stätten sehen wollen, wo sie als Kind gewohnt hat, in der Heinrich-Heine-Straße und in der Röntgenstraße und das Haus ihres Vaters Willy Köhn, der in der Fehrbelliner Straße gewohnt hat. Daneben ist sie immer wieder vom Havelland begeistert und machte eine Tour nach Semlin, Ferchesar, Lochow und Stechow. Die Dorfkirchen in der Umgebung von Rathenow haben ja ihren eigenen Charme und die Bischöfin hat sich besonders gefreut, als sie in Ferchesar das Baugerüst um den Kirchturm sah. Auch für diese kleine Kirche keimt damit wieder Hoffnung. Am Dienstag, den 18.04.2017 waren wir beim Förderkreismitglied Michael Schönberg in seinem Restaurant „Zum Alten Hafen“ zum Abendessen eingeladen. Das Essen war großartig und der Blick auf die im Abendlicht leuchtende Kirche hat die Bischöfin tief bewegt.

 


                                                       Michael Schönberg mit der Bischöfin Rosemarie Köhn                                                    
in seinem Restaurant „ Zum Alten Hafen"

Am 20.04.2017 besuchte ide Bischöfin Rosemarie Köhn mit Susanne Sonderbo Ribbeck und bestaunte den legendären Birnbaum auf dem Friedhof und den Birnengarten vor dem Schloss Ribbeck, wo alle Bundesländer in Deutschland einen Birnbaum gepflanzt haben. Natürlich trug sich die Bischöfin in das Gäsebuch in der Ribbecker Kirche ein.



Bischöfin Rosemarie Köhn und Susanne Sonderbo
aus Hamar (Norwegen) unter dem Birnbaum
Dann ging es am 20.04.2017 weiter nach Stölln, wo die Bischöfin Rosemarie Köhn und Susanne Sonderbo den Film von der Landung der IL 62 ansahen und sich die Bischöfin wieder in das Gästebuch eintrug.


Bischöfin Rosemarie Köhn vor der IL 62 in Stölln

Ich habe mich sehr gefreut, dass sie ihre Geburtsstadt Rathenow im Lutherjubiläumsjahr 2017 besucht hat und wünsche ihr, dass sie gesund wieder in Hamar anlangen möge.


25jähriges Bischofsjubiläum
von Rosemarie Köhn in Hamar





Von links: Dompropstin von Stavanger Berit Andersen, Bischöfin Rosemarie Köhn in Hamar,
Pfarrerin Susanne Sonderbo in Hamar, Domkaplanin von Hamar Svanaug Linnemann

Rosemarie Köhn feierte am 10.05.2018 im Dom zu Hamar ihr 25-jähriges Bischofsjubiläum. Sie war am 05.02.1993 vom  Staatsrat des Königs Harald V. von Norwegen zur Bischöfin für die Diözese Hamar ernannt worden und wurde am 20.05.1993 ( Christi Himmelfahrt) durch Bischof Andreas Aareflot  in einer feierlichen Zeremonie in ihr Amt eingeführt. Kirchenrat Gundmund Hernes sagte damals: Das Volk hat dich bereits ins Herz geschlossen. Sie war damit die erste Bischöfin in Norwegen und ganz Skandinavien und die dritte weltweit, die dieses Amt bekleidete.

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Biografien

Erika Guthjahr Gedenkausstellung 01.09.2010–31.10.2010

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 2. Januar 2011 14:29


Erika Guthjahr, Ehrenbürgerin der Stadt Rathenow, war eine leidenschaftliche Malerin. Schon seit frühester Kindheit bemalte sie alles Papier, was ihr in die Hände fiel und war kein Papier zur Hand tat, es auch mal der märkische Sand, denn ihr Schaffensdrang war unwiderstehlich.
Am 12.09.2010 würde sie ihren 94. Geburtstag feiern. Ihr Oeuvre ist riesig. Die Tochter Ulrike Marie Pelzer in Hamburg hat noch ein ganzes Arsenal von Bildern ihrer Mutter in Verwahrung und wird gelegentlich auch wieder damit in die Öffentlichkeit treten. Das Werk der rastlosen Heimatforscherin war aber nicht nur die Malkunst, sondern sie gab auch viele Schriften über Sagen und Geschichten, Bräuche und Rezepte im Havelland heraus. Ihre Korrespondenz erstreckte sich über ganz Deutschland, denn sie konnte fast zu allen Sachverhalten, die die Geschichte ihrer Heimatstadt Rathenow betraf, Auskunft geben. Nach der Einheit Deutschlands kamen die Rathenower, die das Leben weit fort verschlagen hatte zu ihr, und wollten wissen, wie und wo ihr Vaterhaus gewesen ist. Werner Vogel aus Bonn, heute 92jährig, erinnert sich noch gern daran, wie er als junger Mann die Erika nach Haus gebracht hat und auch geküsst hat. Sie musste aber doch nach dem Besuch des Viktoria-Luise Lyzeums in Rathenow eine ordentliche Lehre als Industriekaufmann in einer optischen Firma aufnehmen und arbeitete dort bis 1945. Nach dem Zweiten Weltkrieg ergriff sie die Chance, Zeichenlehrerin zu werden und nun waren Beruf und Berufung eins für sie, was nicht jeder von seiner Arbeit sagen kann. Unendlich viele Schülerinnen und Schüler erlernten bei ihr die Grundbegriffe des Malens, und sie hatte auch immer am Nachmittag für Begabte und weniger Begabte Arbeitsgemeinschaften, wo die Schüler ihre Kenntnisse vertiefen konnten.
Als 1996 der Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. gegründet wurde, war sie selbstverständlich dabei. Sie kam jedes Wochenende in die Kirche, obwohl es oft bitter kalt war und erklärte den Besuchern die Geschichte der Kirche und ihre Besonderheiten. Viele Ausstellungen in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche gehen auf ihre Anregung zurück. Mit den Kindern in der Neufriedrichsdorfer Straße machte sie vor Weinachten immer einen Bastelnachmittag. Jede Woche erschien von ihr ein Artikel über die Heimatgeschichte in der Presse. Aber auch eine Biowetterstation betreute sie viele Jahre lang. Sie war eine vielseitige interessierte und engagierte Frau der Stadt Rathenow. 1996 erhielt sie deshalb zu ihrem 80. Geburtstag die Ehrenbürgerschaft der Stadt. Neun Jahre war sie die einzige Ehrenbürgerin der Stadt Rathenow. 2005 starb sie an den Folgen eines Schlaganfalls. Diese Verkaufsausstellung fand zu ihrem Gedenken in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche statt. Die Ausstellung zeigt nur eine kleine Auswahl aus dem umfangreichen Werk der Künstlerin.

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Biografie von Günter Thonke

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 1. Januar 2011 15:00

 

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English

Otto Martin Günter Thonke wurde am 17.10.1928 im Städtischen Krankenhaus Rathenow geboren. Er wurde  vom Superintendenten Waldemar Ettel in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche getauft. Sein Vater Gotthilf Wilhelm Thonke war Konditormeister in Rathenow. Sein Großvater Otto Thonke (* 17.10.1861 - † 07.11.1942) war 1897 als Schmiedemeister aus Seeren Kreis Oststernberg (heute Polen) nach Rathenow gekommen und hatte eine Schmiede in Rathenow in der Havelstr. 16, Ecke Kleine Burgstraße. Seine Mutter Emmi Ida Thonke, geborene Müller, kam von einem mittleren Bauernhof aus Buckow bei Wudicke. Günter Thonke wuchs mit seinem Bruder Friedrich Wilhelm auf, der am 03.07.1944 geboren wurde.
Er besuchte drei Jahre lang die Grundschule in der Jahnstraße und kam dann 1938 zur Oberschule am Schulplatz, die er nach Abschluss der Untersekunda (10.Klasse) 1943 verließ.

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Schulzeugnisbuch vom 28.04.1938

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Freischwimmerzeugnis vom
03.08.1938

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Zeugnis über den Religionsunterricht
vom 30.06.1942

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Abgangszeugnis der Städtischen Oberschule
für Jungen von 1943

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Ausweis mit Passbild von Günter Thonke
als Mitglied der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gemeinschaft e.V.
vom 16.08.1943


  
 
Er sollte vom Superintendenten Georg Heimerdinger am 28.02.1943 in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche konfirmiert werden. Da der Superintendet erkrankte, wurde er von Pfarrer Detert konfirmiert.
Der Konfirmationsspruch lautete: "Ich bin der allmächtige Gott, wandle vor mir und sei fromm" (1.Mose 17,1). Nach er Schule begann er eine Lehre als Bäcker bei seinem Vater, wurde aber nach vier Wochen zum Bäckermester Otto Wiedecke nach Potsdam geschickt, wo er bis zum Januar 1945 seine Lehre als Bäcker abschloss. 1945 erhielt Günter Thonke die Einberufung zum Wehrertüchtigungsdienst und eine Stunde später zum Arbeitsdienst nach Laaslich in der Prignitz und später nach Bad Wilsnack und Appendorf am Deich. Günter Thonke erhielt den Befehl nach Berlin zu gehen, um Berlin zu befreien. Er kam dabei zwischen die russische und amerikanische Front und wurde in der Nähe von Schwerin von Amerikanern gefangen genommen und kam in ein Lager nach Holstein in Schleswig-Holstein. Von dort wurde er 16jährig nach Magdeburg entlassen. Von Magdeburg fuhr er mit einer Kohlelore nach Stendal und kam, mit einer Eisenbahnermütze verkleidet, bei Tangermünde über die Elbe und langte am 16.07.1945 in Rathenow-West (Neue Schleuse) an, wo seine Großmutter wohnte, die ihm berichtete, dass die Eltern lebten. Er kehrte zu seinen Eltern zurück und arbeitete als Bäcker. Im Frühjahr 1946 wollte er mit seinem Freund Manfred Mertens zum Bismarckturm. Dabei wurden beide von der GPU (sowjetischer Geheimdienst) verhaftet und verhört. Man warf ihnen vor, sie wollten das Wasser verunreinigen. Beide wurden aber wieder frei gelassen. Er arbeitete dann weiter als Bäcker bei seinem Vater, der zu ihm sagte: "Groß werden wir nicht mehr. Klein werden; das ist schwer". Neben der Arbeit in der Backstube mussten auch "Steine gekloppt" werden. Die Familie besaß ein Grundstück in der Berliner Straße 25, das bis zum Hotel Großer Kurfürst reichte.

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Hotel "Großer Kurfürst" (links) in Rathenow
Berliner Straße vor 1939

Das versuchte die Familie wieder aufzubauen. 1960 wurde das Gebiet zum Aufbaugebiet erklärt und und nach dem Entschädigungsgesetz "abgewickelt". 1946 legte Günter Thonke die Gesellenprüfung als Bäcker beim Bäckermeister Blesing in der Großen Burgstraße in Rathenow ab. 1951 erhielt er in Potsdam nach bestandener Prüfung die Anerkennung als Bäckermeister und 1955 als Konditormeister. Er arbeitete 17 Jahre unter der Leitung seines Vaters und sein Vater arbeitete, nach dem der Sohn die Geschäftsführung übernommen hatte, noch 17 Jahre bei seinem Sohn. Sein Vater hatte ein Motto, das ihm auch oft im Kopf herumgeht.

Wer bei allem Tun und Denken

immer in die Zukunft starrt,

wird die Zukunft nicht gewinnen

und verliert die Gegenwart.

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Bäckermeisterurkunde vom 16.10.1951
vom Meisterausschuss
der Handwerkskammer des Landes Brandenburg

 
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Konditorurkunde vom 20.07.1951
der Landesregierung Brandenburg
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit

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Konditormeisterurkunde vom 13.07.1955
vom Meisterausschuss der Handwerkskammer
des Bezirkes Potsdam

 
Am 22.02.1958 heiratete er Anna Amanda Renate Tille, die als Saatzuchtassistentin in Bernburg arbeitete. Die Trauung fand in der Dorfkirche in Bindfelde statt, wo sie der Tangermünder Pfarrer Felgenträger traute.Der Trauspruch lautete: " Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen" (1. Korinther 13,13).
Dem Ehepaar Thonke wurde am 04.12.1960 der Sohn Detlef und am 28.11.1965 der Sohn Olaf geboren. Günter Thonke hat jetzt sechs Enkelkinder, die er sehr liebt. 1960 übernahm er den väterlichen Betrieb, nachdem er 17 Jahre bei seinem Vater angestellt war. Sein Vater war dann ebenfalls noch 17 Jahre beim Sohn angestellt. Bis 1988 führte Günter Thonke die Bäckerei. Dann übergab er sie an seinen Sohn Olaf Thonke. Bis 1992 arbeitete er noch im Bäckerbetrieb mit.

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Bäckerei Thonke in der Bahnhofstraße in Rathenow

Er fand für sich neue Aufgaben. Er hatte für sich die Schriftstellerei und die Heimatforschung entdeckt und war nun unermüdlich damit beschäftigt, Geschichten, Anekdoten und Glossen zu schreiben. Die Werke von Günter Thonke sind sehr vielfältig.  Auch zu aktuellen politischen Themen äußerte er sich öffentlich. Sein tiefgründiger Humor fand bald ein breites Publikum, denn er hatte die Gabe, andere Menschen zum Lachen zu bringen oder wenigsten zum Nachdenken. Deshalb wurde er am 06.05.2009 zum Ehrenbürger der Stadt Rathenow ernannt. Am 16.05.2009 trat er dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. bei.

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß (04.07.2009)

Videos wurden am 01.03.2013 erstellt

1. VideoKindheit und Schulzeit

 

2. Video- Einberufung und Krieg

 

3. Video- Nachkriegszeit

 

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4. Video- Einheit Deutschlands 1990

    und Arbeit als Schriftsteller


Literarischer Beitrag des
88jährigen Ehrenbürgers der Stadt Rathenow
zur Gala anlässlich 800 Jahrfeier von Rathenow im Kulturzentrum
28.12.2016

Zum 800. Ersterwähnungstag

"Der Horizont von Rathenow"

Acht Jahrhunderte in die Welt geblickt,
mal erbaut und oft genickt.
So erging es Rathenow!
Andere um uns rum und anderswo,
die hatte oft mehr Glück gehabt.
Doch ab und an hat es geklappt,
da war man hier davon gekommen!
Da war das Schicksal uns gesonnen!
Erstmals ward der Ort erwähnt,
als heir kaum einer lesen konnte,
was Mönche einst für wichtig hielten,
als sie uns lasen die Leviten,
die meisten waren hart im Ohr
und das ist heute wie zuvor!

Hier an der Havel um die Ecke,
gab "Solche" es und "Sonnewecke!"
Zogen "Sonnewecke" weiter,
so fanden "solche" es dann heiter,
bis "Kluggewordne" wiederkamen,
dann an der Havel glücklich waren,
bei Sonnenschein und klarer Sicht
und neuem Mut in aufrichtiger Pflicht!
Erhört, gehorcht ward mancher Ton,
genetisch oft verändert schon,
wodurch auch manches aufgefrischt!
Gemeinsam saß man froh bei Tisch,
teilte diesen und das Bett
und war einander zeitweise nett,
wenn sich so die Dinge banden,
ist Friede dann im Haus vorhanden!
Doch eigene und fremde Gene,
man glaubt es kaum,
die schauten gerne über´n Zaun,
nachdem, wie es die anderen trieben.
Das war nicht immer dann ein Lieben!

Das Gute oder da Böse tun,
wer ist dagegen schon immun?
Ein Jeglicher gar, der ist es nicht,
wenn er davon sich was verspricht!
Wer immer eine Meinung hat, -
der tat sie kund hier oft zu matt.
Doch im Oberhaus der Stadt,
wo einst auch schon man Sorgen hatt
als die Einen "hue", die andern "hott",
sorgten für der Bürger Spott!
Einst Ratsherr Heider, der mit seinem Gang,
sagte einfach kurz wie lang,
dass er die Hälfte dieser Welt,
rundherum für Esel hält
und entschuldigte sich dann fein,
dass die Hälfte keine sein!

Nicht immer tat der Stadt es gut!
Drum bleibet ständig auf der Hut!
Denn wer den Hut hat auf dem Kopf,
der schaut voraus in seinem Schopf,
auf Vor- und Rücksicht jener baut,
Sicherheit und Macht bewahrt, - nicht klaut,
nur Friedlichkeit, die führt zum Ziel,
das oft zu hoch ist oder niedrig,
was wiederum an dann kotzt, weil widrig!
Ob lang, kurz, dünn oder dick,
jedem sitzt sein Schicksal im Genick
und abnickend wird zu oft gemacht, -
was von Oben wird gesagt!
Und Unten graben sie das Loch,
die es anders herum gemocht!
So läuft es schon seit Ewigkeiten,
wir sollten nicht  darüber streiten!

Wie es kommt, so ist es eben -
das ganze nennen wir: "Das Leben"!


Werke von Günter Thonke

 
  1. Die Apothekerraupen
  2. Beiderseits der Havel von Rathenow bis Plaue
  3. Aus dem wendischen Sprachschatz
  4. Benebelt im Nebel
  5. Auf dem Bock und unterm Rock 
  6. Das Rosenfest
  7. Des Lehrers Ankunft
  8. Dett segge ick nich!/…zum Kotzen!
  9. Die beiden Mahler
10. Die Eieruhr des Pastors
11. Die Havel
12. Wenn nach langem Arbeitsleben
13. Wenn du denkst du denkst
14. Währungen währen nicht ewig
15. Bonn an der Havel
16. Een Wetta wie int Märchen
17. Apropos Prozente
18. Der Panoramablick
19. Frühlingserwachen
20. Bankgespräche
21. Det kannste vajessen
22. Hallihallo
23. Det Bank-Zeit-Konto
24. Die Bank am Havelblick
25. Ir(r)en ist menschlich
26. Höret nicht auf anzufangen
27. EurOPAeer
28. Für eine freudige Zukunft
29. Man war dann mal weg
30. Kater Podolski`s Vogelschar
31. Der Lebensinn eines Fischers und eines Bankers
32. Mit den Beinen auf der Erde
33. Schwarze Tage
34. Die Ergebung
35. Die Kleinwegsamkeit
36. Die See(h)-Blicker
37. Die Steckelsdorfer Windmühlen
38. Die Uhr
39. Ein Nesthocker
40. Ein gewitzter Hund und mehr
41.
Eine durstige Seele
42. Von Not und Tugend
43. Über das Essen und Trinken, den Leib und die Seele
44. Die feurige Caroline
45. Fischer und Banker
46. Zeitlebens
47. Geldgeschichte
48. Bankgeschichte
49. Mit Pauken und Trompeten kommt 2013
50. Jahre und Zeiten
51. Kein Kreuz mit dem Kreuz
52. Uns reichte es immer
53. Von Liegen und Lage
54. Wenn du denkst du denkst
55. Von Vorzeiten
56. 85. Geburtstag
57. Refo oder Revu im Himmel
58. Was kunft noch zu?
59. Ein alter Mann
60. Eine Sicht aus Lehrjahre der Zeiten
61.
Vom Aushalten der Zeit



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Biografien

Christian Friese aus Kanada spendete eine Orgelpfeife

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 30. Dezember 2010 13:53






English

Christian Friese aus Calgary in Kanada spendete die Orgelpfeife Nr. 3  (100,00 €) für die neue Schuke-Orgel der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Christian Friese ist mit seinem Bruder Bernhard als Kind in Rathenow aufgewachsen. Dem Vater gehörte die Geflügelfarm in der Rhinower Landstrasse. Die Familie floh vor der kommunistischen Verfolgung nach Westdeutschland und emigrierte später nach Südafrika, wo die beiden Jungen ihre Jugend erlebten und ihre Berufe erlernten. Christian Friese studierte in Südafrika Philosophie, arbeitete aber später als Rattan-Möbelhersteller. Christian Friese ging aus Furcht vor Unruhen vor dem Ende der Apartheid mit seiner  Familie  nach Calgary in Kanada, wo er gute Geschäfte als Polstermöbel-Ausstatter von Restaurants  und Hotels für die Olympischen Spiele machte. Heute lebt er auf Vancouver-Island.


Familie Stiles aus Kanada spendete Orgelpfeife

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 30. Dezember 2010 13:46


English

 

 

Prof. Dr. Michael Stiles und seine Frau Shirley
vor dem Antikhotel in Semlin

Der Professor für Mikrobiologie an Universität von Edmonton in Kanada, Michael Stiles und seine Frau Shirley, wohnten 2002 im Antikhotel, The Cottage, in Semlin, als sie zu einem Enterokokkenkongress in Berlin waren. Natürlich ließen sie es sich nicht nehmen, die Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow zu besichtigen. Ich führte sie durch die Kirche und erläuterte ihnen den Wiederaufbau des Gotteshauses. Anschließend fand eine Fahrt durch das Havelland statt, wo Stölln, Ribbeck und natürlich Potsdam mit den Schlössern Sanssouci und Cecilienhof nicht fehlen durften. Da ihnen alles ausnehmend gut gefiel, erbaten sie eine zusätzlich Spaziergang durch Berlin. Am meisten beeindruckt waren beide vom Berliner Dom und vom Pergamonmuseum.  Professor Michael Stiles und seine Frau Shirley, spendeten  am 14. Juni 2002   die Orgelpfeife Nr. 1 (100,00 €)  für die neue Schuke-Orgel. Der Förderkreis dankt dem Ehepaar aus Kanada herzliche für die Spende.

Dr. Heinz-Walter Knackmuß


Biografie von Erika Guthjahr

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 30. Dezember 2010 11:26

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Biografie der Ehrenbürgerin der Stadt Rathenow Erika Guthjahr

Erika Guthjahr, geborenen Pelzer, wurde am Montag, den 12. September 1916, in Rathenow geboren. Es war kurz vor Mitternacht, wie ihre etwas abergläubische Mutter berichtete und dass sie Furcht hatte, ihr Kind könnte am 13. September geboren werden. Die Konstellation der Gestirne war wohl aber doch günstig. Schon seit der frühesten Kindheit war das Zeichnen ihre Leidenschaft. Alles Papier wurde bemalt und wenn kein Papier da war, musste der Sand herhalten. Schon damals malte sie Sonnenblumen, die sie das ganze Leben als künstlerische Aufgabe begleitet haben. Von 1923 -1935 besuchte sie das Viktoria-Luise-Lyzeum in Rathenow. Nach der Schule begann sie eine optische Lehre als Industriekaufmann bei Stegmann und Seeger. Nach dem Lehrabschluss arbeitete sie in der Firma Nitsche und Günther in der Kanzlei, im Versand und im Werbebüro. Besonders freute sie sich über die Geburt ihres Sohnes Udo im Jahr 1944, der leider viel Unrecht durch den DDR-Staat erfahren musste und viel zu früh gestorben ist. Als dann im Jahre 1947 ihre Tochter Ulrike-Marie geboren wurde, hatte sich ihr Leben auch in dieser Hinsicht erfüllt. Ihre Tochter musste ebenfalls durch den DDR-Staat schlimmste Erfahrungen machen. Erika Guthjahr liebte ihre vier Enkelsöhne über alles und hatte durch besondere Umstände ein sehr inniges Verhältnis zu ihrem Enkel Sebastian. 1946 besuchte sie ein Jahr lang die Wredowsche Zeichenschule in Brandenburg.

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Wredowsche Zeichenschule in Brandenburg an der Havel

1948 wurden die pädagogischen Kenntnisse am Lehrerbildungsinstitut in Ludwigsfelde erweitert und sie übernahm ab 1949 -1977 die Aufgaben als Kunsterzieherin und Deutschlehrerin an der Bruno-H.-Bürgel-Schule in Rathenow. Viele Generationen von Schülern sind durch ihre Hände gegangen. Als Kunsterzieherin an den Schulen hatte sie ihr ganzes Berufsleben über Arbeitsgemeinschaften für Kunsterziehung ehrenamtlich betreut. Sie bedauerte sehr, dass diese Form der musischen Erziehung heute kaum noch an den Schulen gepflegt wird. Von 1977 - 1991 war sie Dozentin an der Volkshochschule in Rathenow für künstlerisches Gestalten. Ausstellungen ihrer Schüler an der Volkshochschule wurden alle zwei Jahre im Rathenower Kulturhaus präsentiert. Seit 1995 gab sie Malkurse in der Diakonie in Rathenow. Zahlreiche Ausstellungen in Rathenow und im Land Brandenburg und in Prag machten sie auch als Künstlerin bekannt. Die erste Ausstellung war vom 30. November bis 10. Dezember 1946 in Rathenow, in der ehemaligen Hagenschule (jetzige Feuerwehr). Diese Ausstellung zeigte Sonnenblumen, die Landschaft um den Wolzensee und Märchenbilder, wobei sie besonders am Bild "Der kleine Häwelmann" hing, dass aber verloren gegangen ist. Es folgten unzählige Ausstellungen im Rathenower Kulturhaus, in der Musikschule in Rathenow, in der Volksbank Nennhausen und natürlich im Chorraum der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Malen und Zeichnen war ihr Hobby bis ins hohe Alter. Alle Berichte des Gesundheitsamtes tragen seit 1990 als Logo unter anderem die Zeichnung einer mächtigen Kiefer vor Semlin von Erika Guthjahr. Sie fand es wichtig, auch im Alter noch Aufgaben zu haben. So bliebe man geistig fit, meinte sie. Sie war nicht der Mensch, der nur vor dem Fernseher sitzen konnte. So schrieb sie jede Woche ein Artikel mit heimatkundlichem Inhalt für das Brandenburger Wochenblatt. Sie konnte auch sehr schelmisch sein und herzlich lachen und schrieb lustige Briefe. Seit 1954 betrieb Erika Guthjahr die Wetterbeobachtungsstation Nr. 120413800, zuerst für das Wetteramt in Potsdam und später für den Deutschen Wetterdienst in Offenbach mit phänologischen Beobachtungen (verschiedenen Wachstumsphasen der Pflanzen). Seit 1971 gab sie jedes Jahr einen Bilderkalender mit heimatlichen Motiven heraus. Als der Ehemann Dr. Rudolf Guthjahr 1988 starb, setzte sie die Tradition der Artikelserie in der Volksstimme, die ihr Mann seit Erscheinen der Zeitung begründet hatte, fort. Erika Guthjahr war auch immer an heimatkundlichen Themen interessiert. Es sind "Sagen und Geschichten aus dem Havelland" (1991),
"Alte Rathenower Bauten" (1992), "Havelländischer Jahreslauf" (1994) und
"Altes Handwerk im Havelland" (1999) erschienen.
1996 zum 80. Geburtstag wurde sie Ehrenbürgerin der Stadt Rathenow. Sie war seit 1996 aktives Gründungsmitglied des Förderkreises zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. und hat sich besondere Verdienste bei der Organisation der zahlreichen Ausstellungen in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche erworben, die dazu beigetragen haben, dass die Kirche der kulturelle Mittelpunkt der Stadt wurde. Als Mitglied im Kuratorium des Förderkreises hat sie viele Anregungen für die Arbeit und die Ausstrahlung des Förderkreises gegeben. Mit der Idee Spenden für den Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche statt Geschenke zu ihrem 80. Geburtstag zu erbitten, hat sie vielen ein Vorbild gegeben. Anfragen aus verschiedenen heimatkundlichen Gebieten gingen so zahlreich bei ihr ein, dass es ihr schwer fiel, alle zu beantworten. Erika Guthjahr starb am 23. Februar 2005 an den Folgen eines Schlaganfalls im Alter von 88 Jahren.

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Grabstein von Erika Guthjahr
auf dem Weinbergfriedhof in Rathenow

 

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Erika Guthjahr in jungen Jahren –

ihre Zeichnungen und Bilder

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Kirchgang Bismarckturm Gerberhaus –Baderstrasse

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Kelter auf dem Weinberg Lungenheilstätte

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Hinter dem Jederitzer Tor Luisenhöhe

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß

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Biografien

Webseite wieder in Betrieb

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 17. Dezember 2010 06:16


Am 17.12.2010 wurde die Webseite des Förderkreises zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow  e. V.  in aktualisierter Form wieder in Betrieb genommen.

Technische Einrichtung : Matthias Fischer, Rathenow
Inhaltliche Gestaltung:  Dr. Heinz-Walter Knackmuß
                                   Röntgenstr. 13
                                   14712 Rathenow
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Goldene Hochzeit von Ingeborg und Karl-Heinz-Wille

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 27. November 2010 08:57


Ingeborg und Karl-Heinz Wille aus Rathenow feierten am 27.11.2010 in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche das seltene Fest ihrer Goldenen Hochzeit. Superintendent a.D. Eberhard Gutjahr aus Berlin-Neukölln, ein Cousin des Jubelpaares, wies in seiner Predigt auf die Höhen und Tiefen des gemeinsamen Lebens hin und meinte, dass er vor 20 Jahren nicht daran geglaubt habe, als Westberliner einmal eine Goldene Hochzeit in der wieder aufgebauten Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow feiern zu können. Er segnete das Goldene Paar, das in der bitterkalten Kirche in warmen Festpelzen erschienen war und nur kurz zur Segnung die Mäntel ablegte. Ingeborg und Karl-Heinz Wille hatten ihre Gäste um eine Spende für den Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum gebeten. Am 16.12.2010 überreichte ihnen der Förderkreis die Urkunde über die gespendeten Säulensteine Nr. 817 – 837 und eine kleine Keramiktafel mit den Kreuzgewölben in der Kirche. Der Förderkreis bedankt sich bei dem Jubelpaar für die Spende und wünscht beiden noch recht viele schöne gemeinsame Jahre.

© Dr. Heinz-Walter Knackmuß


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