Biografie von Werner Blume

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 4. Juli 2014 21:34

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Werner Heinz Karl Blume wurde am 04.06.1920 in Göttlin geboren. Sein Vater Karl Blume hatte Havelschiffer gelernt, arbeitete aber später als Optischer Arbeiter bei Ruhnke in Rathenow und seine Mutter Minna Ida Elsa Blume, geborene Herrgott, war Küchenmamsell in Berlin. Werner Blume wuchs mit seiner Schwester Irmgard auf, die am 08.04.1924 geboren wurde. 1926 kam er in die Volksschule Neue Schleuse. Neues Schleuse gehörte damals zum Kreis Jerichow II. Früher begann man mit der 8. Klasse und musste bis zum 14.Lebensjahr die 1. Klasse erreicht haben. Werner Blume wurde aus der 2. Klasse entlassen, die er zweimal absolvieren musste. Nach der Volksschule erlernte er ab 1933 den Beruf des Metallgoldbrillenmachers bei der Firma Willi Kieback in der Ruppiner Straße in Rathenow.

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Manche Scharniere der Brillen wurden damals vergoldet. Nach Abschluss der Lehre arbeitete er ab 1936 als Fräser und Dreher bei der Firma Busch, die damals schon Fernrohre für den Krieg herstellte. Bei der Firma Busch bekam er die entsprechende Umschulung zum Fräser und Dreher. 1941 erhielt Werner Blume die Einberufung zur Wehrmacht und wurde Kraftfahrer in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Polen und Russland. Er war immer bei einer Nachrichtenabteilung und wurde kurz vor Moskau zurückbeordert und kam nach Österreich, wo er 1942 in Wien das Weihnachtsfest verlebte. Er musste dann nach Griechenland, wurde aber nach Münster versetzt und von dort nach Italien, wo er 1945 in amerikanische Gefangenschaft geriet. 1946 erfolgte die Entlassung aus der amerikanischen Gefangenschaft und er kehrte nach Rathenow zurück. Er heiratete am 12.08.1949 seine Schulfreundin Ilse Berndt.

clip_image004Ilse Gast, geborene Berndt

Ihr Mann war im Krieg gefallen und seine Frau Ilse brachte zwei Töchter mit in die Ehe, die Werner Blume wie der eigene Vater liebte. Die Trauung fand in Neue Schleuse statt.

clip_image006Hochzeit am 12.08.1949
(von links: Gunhild Gast, Ilse Edith Emma Blume, verwitwete Gast, geborene Berndt, Werner Blume, Gudrun Gast)

Die Hochzeit war der schönste Tag in seinem Leben. Am 18.09.1950 wurde dem Ehepaar der Sohn Bernd-Eckhardt Werner geboren, der in Neue Schleuse von Pastor Schlegelmilch getauft wurde.

clip_image008Taufe von Bernd-Eckard Werner Blume
1. Reihe von oben von links: Frau Stollberg, Alfred Stollberg, Pastor Gerhard Schlegelmilch, Lotte Zietz, Otto Zietz

2. Reihe von oben von links: Gudrun Gast, Else Blume, geb. Herrgott, Bernd-Eckard Blume, Ilse Blume, Werner Blume, Emma Minna Meta Berndt, geb. Schulz am 04.01.1890 in Stölln, Hans-Peter Stollberg

Werner Blume arbeitete nach dem Krieg (1939-1945) bei einem Schuhmacher in Göttlin. Dann ging er wieder als Optischer Arbeiter zu der kleinen Firma Schmidt&Co und wechselte später zur Maschinenausleihstation (MAS) Böhne, wo er als Traktorist arbeitete. Er hat nach und nach ganz viele Arbeitsstellen gehabt, war Fernfahrer beim Kraftverkehr und arbeitete auch in der Abteilung Kultur beim Rat des Kreises Rathenow. Schließlich war er Gerätewart bei der Feuerwehr in den Rathenower Optischen Werken (ROW), wurde aber wegen einer hochgradigen Schwerhörigkeit ins Archiv versetzt. 1985 erreichte er das Rentenalter. Seit dem 18. Lebensjahr spielte er Mandoline und war Mitglied in einem Mandolinenorchester.

clip_image010Werner Blume links mit Mandoline
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Das Orchester gab Konzerte mit Operettenmelodien und russischen Liedern. Sein zweites Hobby war das Fotografieren. Er hat sich sogar mit Stereofotografie befasst. Sport hat er nie getrieben. Im Alter zog er mit seiner Frau Ilse in das Seniorenheim der Diakonie in Rathenow in der Rhinower Straße. 2012 starb Seine Ehefrau. Am 04.06.2014 trat er dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e. V. bei. Er dichter Texte auf bekannte Melodien und möchte gern, dass zur BUGA 2015 seinen „Havelland-Walzer“ nach der Melodie des Schneewalzers und „Der Glockenruf“ nach dem Gefangenenchor aus Verdis Oper „Nabucco“ und „Das Havelland-Lied“ nach der Melodie „Nun ade, du mein lieb Heimatland“, aufgeführt werden. Deswegen hat er mit der Kantorin der Evangelischen Kirche in Rathenow Hanna Seefeld Kontakt aufgenommen.

Dorothea Langner singt eine Weihnachtslied, das Werner Blume gedichtet hat.

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