Historische Kirchenführung mit Bischof Stephan Bodecker

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 15. June 2017 17:06


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In der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow gab es am 15.06.2017 eine Premiere. Die ehemalige Schulklasse aus Großwudicke hatte sich zu einer "Historischen Führung" mit dem Bischof Dr. Stephan Bodecker angemeldet. Seit 2016 bietet der Förderkreis diese historischen Führungen an und Ulrich Teltzrow sah die Chance mit seinen ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschülern und ihren Partnern diese neuen Führungen zu eröffnen. 1949 waren alle gemeinsam in Großwudicke eingeschult worden und trafen sich am 15.06.2017 zum Mittagesswen und zum Kaffeetrinken in der Gaststätte "Waldfrieden" in Großwudicke. Natürlich wurde viel von alten Zeiten erzählt und Ulrich Teltzrow hatte auch eine kleine historische Dokumentation von Großwudicke erstellt, die er seiner alten Schulklasse vorführte. Der Bischof von Bandenburg, Dr. Stephan Bodecker, wurde am 15.11.1384 in Rathenow geboren und war ein hoch gelehrter Diplomat, dessen Rat viele Fürsten gern in Anspruch nahmen. Er hatte auch ein hebräisches Lexikon herausgegeben. Am 15.02.1459 starb er im Dom zu Brandenburg, wo noch heute eine Grabstele an ihn erinnert. Er wurde 74 Jahre alt, was für die Zeit doch erheblich war. Neben Rosemarie Köhn, der Bischöfin von Hamar, in Norwegen, die am 20.10.1939 in Rathenow geboren wurde, war das der einzige Bischof, der in Rathenow geboren wurde. Es ist schon etwas Besonderes, wenn in der 800jährigen  Geschichte der Stadt Rathenow nur zwei Bischöfe aus ihr hervorgingen. Auch Rosemarie Köhn hat eine Vorliebe für das Hebräische, denn sie gab eine Hebräische Grammatik für alle Studenten in ganz Skandinavien heraus. Sie hatte im April 2017 erst ihre Geburtsstadt besucht. Dr. Heinz-Walter Knackmuß war zur 800-Jahrfeier der Stadt Rathenow beim Festumzug begleitet vom Herold, Jürgen Scharein, und vom Mönch, Gerd Ostermann, in das Gewand des Bischofs Dr. Stephan Bodecker geschlüpft und bietet seither  "Historischen Führungen" durch die Kirche an. Natürlich begann die Führung mit dem Geburtshaus von Johann Heinrich August Duncker, der als Begründer der optischen Industrie in Rathenow gilt. Dann ging es mit der alten Schulklasse zum Triptychon der Ehrenbürgerin der Stadt Rathenow, Erika Guthjahr. Dort wurden den Gästen die drei Gemälde vorgestellt, die in der Vision von Erika Guthjahr endet, dass der Turm wiederaufgebaut werden könnte. 1980,als sie das Triptychon malte, war daran überhaupt nicht zu denken. Und als der Turmaufbau 2002 mit der Reparatur der Türkenglocke vollendet war, durfte sie es noch miterleben und hat sich sehr darüber gefreut. Dann ging es zu einem Foto von der Kirche von 1990, wo der katastrophale Zustand des Gotteshauses noch recht deutlich zu erkennen ist. Aber die Gemeinde hat 1990 nach der Einheit Deutschlands sofort angefangen, den Chorraum wieder aufzubauen und mit einem Dach zu versehen.  Als der Förderkreis 1996 gegründet war, wurde die erste Spendenaktion für die Fenster im Chorraum angestoßen. Danach folgten die  Spendenaktionen für den Turm, die Kreuzgewölbe im Mittelschiff und die Fenster im Kirchenschiff sowie die Sanierung der Fassade. Den Besuchern wurden die Fenster im Chorraum erklärt. Besonders das "Rathenower Toleranzfenster" ist ein weltweit einzigartiges Kunstwerk. Der Gotische Marienaltar von 1380 wurde bei der Erklärung verwoben mit ganz persönlichen Erlebnissen von Dr. Heinz-Walter Knackmuß, die die Besucher sehr erheiterten. Diese Geschichte ist auch im Buch über die Kirche unter dem Stichwort "Der Kongress" zu finden. Bei der Erkläung der Heiligen Katharina ging es um die mittelalterliche adventliche Fastenzeit, bei der nicht getanzt werden durfte. Die Menschen tanzten deshalb am 25. November, dem Namenstag der Heiligen Katharina das letzte Mal vor Weihnachten und dazu sehr ausgelassen. Daher heißt es im Volksmund: "Sankt Kathrein stellt den Tanz ein." Auch das alte deutsche Volkslied "Heißa Kathreinerle, schnür dir die Schuh" geht darauf zurück. Dann wurden den Besuchern die drei geretteten alten Gemälde in der Kirche präsentiert, "Simeon mit dem Kinde", "das Epitaph für den Stadtschreiben Nesen" und "Christus vor dem Hohen Rat." Der Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Kirchenschiff wurde praktisch demonstriert und es gab ein Klangerlebnis im Kirchenschiff, um die einmalige Akustik zu Gehör zu bringen. Die Gruppe verabschiedete sich mit Handschlag vom "Bischof Bodecker" und spendete die Säulensteine Nr. 10880 -10904 (125,00 €) für den Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum . Der Förderkreis bedankt sich für die Spende.

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Förderkreis | Biografie von Pfarrer Wolf Schöne

Biografie von Pfarrer Wolf Schöne

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 13. Mai 2012 08:01


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Pfarrer Wolf-Eike Schöne wurde an einem Sonntag um 14:05 Uhr in Halle an der Saale geboren. Es war der 17.12.1961. Der Vater, Wolfgang Schöne, war Lehrer für Musik, Deutsch und Sport in Niemberg. Seine Mutter, Reingard Marianne Schöne, geborene Wilde, unterrichtete ebenfalls in Niemberg als Unterstufenlehrerin. Am 22.04.1962 wurde Wolf Schöne in der Stadtkirche St. Peter und Paul in Weimar getauft. Der Volksmund bezeichnet die Kirche auch als Herderkirche. Sein Taufspruch lautete: Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben. (1. Johannes 5, 12a)

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Herderkirche in Weimar

Wolf Schöne wurde 1968 in die Polytechnische Oberschule Niemberg eingeschult und durchlief dort alle 10. Klassen. Das Ablegen des Abiturs wurde ihm in der DDR verwehrt, weil seine Eltern Lehrer und kirchlich waren. Er wuchs mit seiner vier Jahre jüngeren Schwester Susanne in Niemberg (Sachsen-Anhalt) auf.

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St. Ursula in Niemberg

Am 05.06.1976 wurde Wolf Schöne von Pfarrer Rudolf Krause in der St. Ursula-Kirche in Niemberg konfirmiert. Sein Konfirmationsspruch lautete: Fürche dich nicht, glaube nur! (Markus 5,36). So begann er 1978 eine Lehre als Finanzkaufmann bei der Staatsbank in Halle an der Saale. Sein eigentlicher Wunsch wäre ein Musikstudium gewesen. Nach dem Abschluss Lehre 1980, absolvierte er von 1980 – 1981 ein Diakonisches Jahr in einer Einrichtung der Diakonie für mehrfach behinderte Männer in Oschersleben (Sachsen-Anhalt). Danach nahm er ein Studium zum Gemeindepädagogen im Pfarramt am Institut für Gemeindepädagogik in Potsdam auf, das er 1987 erfolgreich abschloss (1. Examen 1985, 2. Examen 1987). 1985-1987 legte er in verschiedenen Gemeinden in Erfurt sein Berufspraktikum ab und wurde am 27.09.1987 von Probst Hannes Urmoneit in der St. Petri-Kirche in Staßfurt zum Pfarrer ordiniert. Von 1987 – 1991 war er als Gemeindepädagoge im Pfarramt in Staßfurt und im Kirchenkreis Schönebeck/Elbe tätig, mit der Beauftragung für die Jugendarbeit im Kirchenkreis.
Seit 1. September 1991 ist er als Gemeindepädagoge im Pfarramt in Rathenow eingesetzt. Schwerpunkt seiner Arbeit in Rathenow ist die Jugendarbeit, die Betreuung der Gemeindemitglieder, die seelsorgerische und fachliche Begleitung der Evangelischen Kita „Regenbogen“. Pfarrer Wolf Schöne leitet zwei Männerkreise und gründete im Februar 2011 die Lujah-Bänd, die Band der Kirchengemeinde Rathenow.

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Pfarrer Wolf Schöne mit der Lujah-Bänd bei einem Auftritt in
Leek (Niederlande)

Am 19.11.1991 begann er mit dem Aufbau des offenen evangelischen Jugendhauses in der Bergstraße in Rathenow „ OASE“ und ist als Kreisjugendbeauftragter für die Jugendarbeit im Kirchenkreis Nauen-Rathenow tätig. Regelmäßig führt er in dem Seniorenhilfezentrum der Volkssolidarität und im Seniorenheim „Lebensherbst“ Gottesdienste für Demenzkranke durch. Seine Hobby ist seit seiner Jugend die Musik. Er ist eine exzellenter Gitarrenspieler und – lehrer und spielt auch gern Mundharmonika und Ukulele (gitarrenähnliches Zupfinstrument).

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Am 13.07.1985 heiratete er in der Andreas-Kirche in Lutherstadt Eisleben, die gebürtige Rathenowerin, Monika Petra Kündiger (sie war damals noch katholisch). Es war eine ökumenische Trauung, die vom Evangelischen Pfarrer Rudolf Krause und vom Katholischen Pfarrer Dieter Tautz vollzogen wurde. Der Trauspruch war aus dem 1. Korinther 13, 13: Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

 Schöne-Silberhochzeit
Monika und Wolf Schöne feiern
2010 Silberhochzeit in Rathenow

Dem Ehepaar wurden zwei Söhne geschenkt, am 01.10.1986 Christopher und am 26.04.1989 Dominik. Am 18.10.1998 trat er dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e. V. bei.

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