Biografie von Medizinalrat Dr. med. dent Rolf Bauer

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 12. Januar 2011 05:27


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Medizinalrat Dr. med. dent. Rolf Bauer wurde am 01.01.1930 in Sonneberg (Thüringen) geboren und am 02.02.1930 auf die Vornamen Rolf, Gerhard, Max getauft. 1932 zogen die Eltern nach Berlin-Pankow, wo  Rolf Bauer von 1936 bis 1943 die Schule besuchte. Danach wurde er wegen der ständigen Bombenangriffe auf Berlin mit der Kinderlandverschickung nach Kärnten evakuiert. Dort drückte man ihm 15-jährig am 01.05.1945 ein Gewehr in die Hand, um am Kampf um den "Endsieg" teilzunehmen. Bereits nach acht Tage  geriet er in englische Gefangenschaft und kam in ein Lager. Nach vier Monaten wurde er als Schüler vom Roten Kreuz in ein "Displaced Person Camp der Friends Ambulance Unite/GB" überführt, wo er bis zum Sommer 1946 in Osttirol (Österreich) bleiben musste. Nach der Rückkehr nach Berlin besuchte er die Friedrich-List-Oberschule, an der er 1949 das Abitur ablegte. Nach dem Abitur begann er eine Ausbildung zum Dentisten-Assistent, die er 1952 als Facharbeiter abschloss. Im gleichen Jahr nahm er das Studium der Zahnmedizin an der Humboldt-Universität zu Berlin auf und legte 1957 sein Staatsexamen als Zahnarzt ab und promovierte 1958 zum Dr. med. dent. 1958 begann er seine Tätigkeit als Stomatologe in der Betriebspoliklinik des "Karl-Marx-Werkes" in Magdeburg. Im gleichen Jahr heiratete er die in Rathenow tätige Stomatologie Dr. med. dent. Christel Giese und zog nach Rathenow um. Hier in Rathenow übernahm er die Leitung der Zahnärztlichen Abteilung des Stadtambulatoriums Rathenow-West. Gleichzeitig begann er die Weiterbildung zum Fachzahnarzt für Kinderzahnheilkunde, die er 1962 beendete. 1963 wurde Medizinalrat Dr. med. dent. Rolf Bauer zum Kreisjugendzahnarzt berufen und nahm die Tätigkeit in der Jugendzahnklinik Rathenow auf. 1968 wurde der Sohn Roland geboren, der als selbstständiger Unternehmer mit seiner Familie in Spanien lebt. 1969 erhielt Medizinalrat Dr. med. dent. Rolf Bauer die Berufung zum Vorsitzenden der Bezirksfachkommission für Kinderstomatologie des Bezirkes Potsdam, die er bis 1990 inne hatte. Im Jahr 1973 übernahm er die Leitung der Jugendzahnklinik Rathenow und wurde gleichzeitig als amtierender Kreiszahnarzt bestätigt. Im gleichen Jahr wurde ihm der Titel Medizinalrat verliehen. Von 1974 bis 1975 absolvierte er nebenberuflich ein Zusatzstudium an der Akademie für Ärztliche Fortbildung Berlin über die Grundlagen der sozialistischen Leitungstätigkeit. 1976 wurde er durch den Rat des Kreises Rathenow zum Kreiszahnarzt berufen. Am 31.12.1990 erfolgte durch den Landrat Dieter Dombrowski die Abberufung von dieser Funktion. Seit dem 01.06.1991 wurde wegen einer Krankheit berentet und verlebte mit seiner Frau nach der Wiedervereinigung Deutschlands noch schöne Jahre, bis seine Frau im Jahre 2003 nach 55-jähriger glücklicher Ehe verstarb.
Schon 1949 hatte  er sich in Berlin dem Rudern verschrieben und setzte diese sportliche Tätigkeit in Rathenow fort. Von 1960 bis 1975 war er Leitungsmitglied des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) und ab 1977 sogar Sektionsleiter der Sektion  Rudern der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Einheit Rathenow. Nach der Einheit Deutschlands im Jahre 1990 entstand daraus der Rathenower Ruder-Club Wiking e.V., deren Vorsitzender er bis 2001 als Ehrenmitglied blieb. Vom Deutschen Rudersport-Verband wurde ihm nach 50 Jahren als Ruderer und Funktionär die Auszeichnung mit der Goldenen Ehrennadel überreicht. 1995 ernannte der Landesruderverband Brandenburg e.V. Medizinalrat Dr. med. dent. Rolf Bauer zum Ehrenmitglied.  In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) war er parteilos, gehörte aber der Freien Deutschen Jugend (FDJ), dem Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB), dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), dem Deutschen Turn- und Sportbund (DTSB), der Gesellschaft für Deutsch Sowjetischen Freundschaft (DSF) und dem Kulturbund (KB) an. 1965 wurde er in die Betriebsgewerkschaftsleitung des Paracelsus-Krankenhauses Rathenow gewählt und 1967 zum stellvertretenden Vorsitzenden dieser Betriebsgewerkschaftsleitung (BGL). 1968 und 1969 war er amtierender Vorsitzender der Betriebsgewerkschaftsleitung des Paracelsus-Krankenhauses Rathenow.
Medizinalrat Dr. med. dent. Rolf Bauer war Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Stomatologie, der Gesellschaft für Konservierende Stomatologie der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und der Gesellschaft für Kinderstomatologie der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).
1993 setzte sich Medizinalrat Dr. med. dent. Rolf Bauer als Sprecher einer Bürgerinitiative für die vorfristige Einführung der Erdgasversorgung in Rathenow-Nord ein. Die Freie Demokratische Partei (FDP) unterstütze diese Initiative und warb ihn für eine Mitgliedschaft. Seit 1994 ist er FDP-Mitglied und wurde auch in den Kreistag des Landkreises Rathenow gewählt. Nach acht Jahre entschied er sich aber aus Altersgründen nur noch als berufener Bürger politisch aktiv zu sein. Er arbeitet jetzt im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen der Stadtverordentenversammlung der Stadt Rathenow mit.
Am 11.02.2000 trat er dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. bei, um den Wiederaufbau des Wahrzeichens der Stadt Rathenow zu unterstützen. Er stifte eine Kupferplatte für den Turm  und 2007 10 Dachsteine (Nr.125 -134) für das marode Dach der Kirche.
Am 14.06.2009 fand ein seltener Festakt von der Medizinischen Fakultät Charité-Universitätsmedizin im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin statt. Nach der musikalischen Einleitung durch den Chor der "Primaner" des Georg-Friedrich-Händel-Gymnasiums und dem Festvortrag von Dr. Gregor Gysi über das Thema:" Wie viel Reform braucht die Gesundheitsreform?" wurde aus Anlass der 50. Wiederkehr der Verleihung der Promotion zum Doktor der Zahnmedizin an der Humboldt-Universität zu Berlin  eine Goldene Promotionsurkunde an Medizinalrat Dr. med. dent. Rolf Bauer verliehen.

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Es war ein erhebendes Gefühl für Medizinalrat Dr. med. dent. Rolf Bauer, weil zur Verleihung der Urkunde auch sein Sohn und dessen Frau aus Teneriffa angereist waren. Insgesamt erhielten 65 Ärzte das Goldene Doktordiplom, darunter auch Dr. Jürgen Kressin, der 1951 sein Abitur in Rathenow abgelegt hat.

 
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