Biografie von Joachim-Fritz Geue

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 25. Februar 2012 09:07


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Joachim-Fritz Geue wurde am 03.06.1926 in Rathenow geboren. Sein Vater, Friedrich Wilhelm August Geue, war Oberinspektor beim Grundbuchamt des Amtsgerichts Rathenow. Seine Mutter Frieda Maria Emma Geue, geborene Zaake, kam aus dem südlich von Berlin gelegenen Mittenwalde und war Hausfrau.

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Sommerliche Badespaß in Rathenow mit der Schwester Inge
und den Eltern

Joachim-Fritz Geue wuchs mit seiner am 23.09.1920 geborenen Schwester Inge in Rathenow auf. Er wurde in Rathenow eingeschult und legte ein so genanntes Notabitur ab.

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Joachim-Fritz Geue als Schüler in Rathenow

Dann meldete er sich freiwillig für eine Offizierslaufbahn, um dem Werben der SS zu entgehen und kam nach Sagan in Schlesien zu einem Panzerlehrgang. Beim Einsatz an der Westfront geriet er in der Nähe von Karlsruhe in amerikanische Gefangenschaft und wurde von den Amerikanern an die Franzosen übergeben, wo er in einem Bergwerk arbeiten musste.

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Marinehelfer

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Soldat

Im französischen Gefangenenlager unterrichtete er ab 1947 Französisch und musste nicht mehr untertage arbeiten. Einen Urlaub nach Bielefeld im Jahre 1948 benutze er, um dem französischen Gefangenenlager zu entfliehen und die Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft durch die englische Besatzung zu erwirken. Es war ein gefährliches, aber erfolgreiches Verfahren. Er kam dann nach Mönchengladbach zur Familie seiner Schwester und musste in einem halben Jahr das Notabitur durch einen erneuten Lehrgang bestätigen lassen. Er ging dann nach Köln und studierte Mathematik, Biologie und Chemie, um in ein Lehramt zu gehen.

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Joachim-Fritz Geue als Student

Er arbeitete dann als Gymnasiallehrer am Heinrich-Hertz-Gymnasium in Bad Godesberg, bis ihn eine schwere Krankheit mit 62 Jahren zwang, den Beruf aufzugeben.
Joachim Fritz Geue heiratete am 03.06.1957 die Chemieingenieurin Elisabeth Olga Zeyen in der Lutherkirche in Reydt.

Hochzeit der ElternDie Hochzeit

Der Trauspruch lautete: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun. (Johannes 15.5). Dem Ehepaar wurde am 27.04.1958 der Sohn, Thomas Joachim und am 31.01.1963 der Sohn Christoph geboren. Christoph litt an einem schweren Herzfehler, der am 21.05.1964 zum Tode führte, da die Herzchirurgie damals solche angeborenen Fehler noch nicht beheben konnte. Am 03.03.1966 wurde der Sohn Stephan geboren. Am 10.06.2004 trat Joachim-Fritz Geue dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. bei.

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Von links: Thomas Geue, Elisabeth Geue, Stephan Geue und Joachim-Fritz Geue

Als besonderes Geschenk von seinen Söhnen zu seinem 80. Geburtstag besuchte die Familie Geue gemeinsam die Landesgartenschau in Rathenow und bedeutsame Wegmarken aus der Heimat und der Jugend des Vaters sowie noch in der Region lebende Freunde. Bei diesem Anlass  konnte Joachim-Fritz Geue den Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche persönlich in Augenschein nehmen, hatte er doch seine Geburtstagsgesellschaft, anstelle von Präsenten, um eine Spende für die neuen Kirchenfenster gebeten. Dabei waren 880,00 € zusammengekommen. Als ein gebürtiger Rathenower war doch  ein wesentliches Stück seiner Lebensgeschichte  mit der Sankt-Marien-Andreas-Kirche verbunden, in der er getauft und konfirmiert worden war. Emotional hatte ihn die Zerstörung der Kirche als gravierendes Ereignis schwer getroffen und so bat er aus diesem Anlass statt Blumen und Geschenke zu seinem Geburtstag um eine Spende für den Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow. Seine Hobbys waren die Fotografie, das Sammeln von Münzen und Briefmarken sowie elektronische Basteleien.

 

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2006
Ehepaar Geue im Chorraum der Sankt-Marien-Andreas-Kirche
im Gespräch mit Dr. Heinz-Walter Knackmuß

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Ein Ruhepunkt

Daneben liebte er seinen Garten und sein kleines Gewächshaus. Er brachte von jeder Reise Samen mit, die im Gewächshaus ausgesäht und fürsorglich aufgezogen und teilweise später im Garten ausgepflanzt wurden. Die schwere Erkrankung, die ihn vorzeitig seine berufliche Laufbahn beenden ließ, war leider nicht heilbar. Er starb am 19.07.2011 an dieser Krankheit.

Nach Angaben der Ehefrau Elisabeth Olga Geue

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