Biografie von Helga Hille

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 28. Januar 2015 18:25

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Helga Gertrud Charlotte Hille, geborene Krietsch, wurde am 21.04.1927 in Rathenow in der Elberlingstr. 1, der heutigen Paracelsusstraße, geboren. Ihr Vater, Karl Krietsch, war Bankbeamter und nach 1945 Darremeister bei der Forst in Rathenow. Ihre Mutter, Charlotte Krietsch, geborene Senß, war Hausfrau. Helga Hille wuchs gemeinsam mit ihrem älteren Bruder Hans-Eberhard in Rathenow auf.

clip_image004Rathenow, Paracelsusstraße 1

Dieses Haus ließen die Großeltern Ida und Karl Senß 1911 erbauen. Helga Hille wurde in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche von Superintendent Hans Wilhelm Ettel getauft.
1933 wurde Helga Hille in der Jahnschule eingeschult und absolvierte hier das erste Schuljahr. Das 2. - 4. Schuljahr war sie an der Neustätischen Mädchenschule in Rathenow und vom 5. – 12. Schuljahr am Lyzeum in der Schleusenstraße, das später in „Oberschule für Mädchen“ umbenannt wurde. Ab dem 8. Lebensjahr erhielt Helga Hille Klavierunterricht bei Erna Diecke in der Heinrich-von-Rosenberg-Straße in Rathenow.
Helga Hille wurde am 27.03.1942 in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche von Superintendent Georg Heimerdinger eingesegnet. Ihr Konfirmationsspruch lautete: „ Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen“ (Korinther 13,13).

clip_image006Einsegnung 27.03.1942

1945 hospitierte sie in der Jahnschule in Rathenow und besuchte ab Januar 1946 acht Monate lang einen Neulehrerkurs in Brandenburg an der Havel. In dieser Zeit lernte sie ihren späteren Mann, Werner Hille (*05.06.1922 - † 16.11.2014), kennen. Werner und Helga verband nicht nur das gemeinsame Berufsziel, sondern auch das Interesse an Sport und Musik. Zu zweit oder mit Freunden und Verwandten wurde Hausmusik gemacht. Am 26.07.1947 heirateten Helga und Werner Hille in der Lutherkirche in Rathenow und wurden von Superintendent Georg Heimerdinger getraut. Ihr Trauspruch lautete: „ Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen“ (Korinther 13,13).

clip_image008Helga und Werner Hille
26.07.1947

Helga Hille hatte ab 1946 ein Jahr lang als Schulamtsbewerberin in der Jahnschule in Rathenow gearbeitet.  Nach der Heirat bekam das Ehepaar die erste gemeinsame Lehrerstelle in Zachow bei Ketzin (Kreis Westhavelland), wo beide an der dortigen Grundschule unterrichteten und berufsbegleitend eine Fortbildung absolvierten und 1948 ihr erstes Lehrerexamen und 1950 ihr zweites Lehrerexamen bestanden. In Zachow blieb das Lehrerehepaar Hille von 1947 - 1949. Von 1949 – 1952 arbeitete Helga Hille mit ihrem Mann an der Grundschule in Brielow, die bis zur 6. Klasse führte. 1953 zog die Familie nach Rathenow, wo Werner Hille an einer Erweiterten Oberschule in Premnitz bis zum Abitur Mathematik und Physik unterrichtete. Ab 1059 unterrichtete er an der Geschwister-Scholl-Schule Physik und Astronomie und war auch Fachberater für Astronomie. Dort unterrichtete es bis zu seinem Rentenalter, das er 1987 erreichte. Von 1953 – 1973 wohnte die Familie in Rathenow, in der Röntgenstraße und ab 1973 zogen sie wieder das elterliche Haus in der Paracelsusstraße. Ab 1953 widmete Frau Hille ihre ganze Aufmerksamkeit und Fürsorge ihren drei Söhnen und ihrer Tochter und sowie ihren Eltern und Schwiegereltern. Sie arbeitete stundenreduziert an der Pestalozzi- (Förderschule) und Geschwister-Scholl-Schule in Rathenow.  Ab 1970 bis zu ihrem Eintritt ins Rentenalter 1987 unterrichtete sie dann wieder die Fächer Deutsch, Mathematik und Musik für die Klassen 1- 4 an der Geschwister-Scholl-Schule in Rathenow. Für den Musikunterricht kam ihr zugute, dass sie als Kind eine Klavierausbildung erfahren hatte. Von ihrem Mann lernte sie das Gitarrenspiel. Sie hatte ihm zwei Bänder für eine Laute bestickt mit dem Anfang der Lieblingslieder, die sie gern gemeinsam sangen. Handarbeiten sind eine weitere große Leidenschaft von Frau Hille.

clip_image010Helga Hille mit der Laute (13.01.2015)

Sie hat acht Enkel und acht Urenkel, die ihr sehr viel Freude bereiten. Einmal im Jahr gibt es ein Enkeltreffen.

Werner Hille hat sich immer sehr für die Entwicklung der Stadt Rathenow interessiert und sich aktiv daran beteiligt. Als Astronomielehrer hat er die von Herrn Ingenieur Rolf in Rathenow gebauten Fernrohre, genutzt und betreut. Er hat zu verschiedenen Anlässen für den Aufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche und auch für den Lebensbaum in der Stadt gespendet. Als Werner Hille am 16.11.2014 verstarb, bestimmte Helga Hille mit ihren Kindern, dass statt Blumen und Kränzen eine Spende zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche erfolgen sollte. Dabei kamen 1500,00 € zusammen. Der Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. überreichte ihr im Gedenken an ihren Mann den Stifterbrief in Silber Nr. 36 und den Stifterbrief in Bronze Nr. 47.

clip_image012Werner Hille

Das Leben von Helga Hille ist in vielfacher Weise mit der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow verwoben. Deshalb entschloss sie sich dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e. V. beizutreten.
Sie wollte selbst etwas für die im Zweiten Weltkrieg schwer zerstörte Kirche tun.

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