Biografie von Hans-Jürgen Bock

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 17. September 2014 09:54

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Hans-Jürgen Bock wurde am 23.05.1937 in Rathenow in der Straße der SA Nr. 35 geboren. Die Straße hieß vorher Jägerstraße und wurde von den Nazis in Straße der Sturmabteilung (SA) umbenannt. Die SA war eine paramilitärische Kampforganisation der Nazis. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Straße in Jägerstraße und später in Goethestraße umbenannt. Er wurde in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche getauft.

clip_image004Wohnhaus Rathenow, Goethestr. 35
(Aufnahme 2014)

Seine Kindheit verlebte er vormittags in der Obhut von „Tante Lotte“ (Schwester Charlotte Schulz) im Kindergarten des Lutherhauses und nachmittags bei seinen Großeltern. Seine Eltern hatten sich am 30.05.1936 in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche trauen lassen. Der Vater, Erwin Bock, war bereits 1939 zur Wehrmacht eingezogen worden. Die Mutter, Erna Bock, geborenen Looff, wurde gleichzeitig dienstverpflichtet. 1942 wurde seine Schwester Hannelore geboren. Seiner Schulpflicht genügte er in der Jahnschule in Rathenow in dem südlichen Trakt. 1952 wurde er in der Lutherkirche konfirmiert. Es war der letzte Konfirmandenjahrgang, der vom Superintendenten Georg Heimerdinger konfirmiert wurde.

clip_image005Hans-Jürgen Bock
als Konfirmand

2003 fand in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche die Goldene Konfirmation statt. Hans-Jürgen Bock hatte den Berufswunsch, Bauingenieur zu werden und erlernte ab 01.09.1952 beim VEB Bau (K) den Beruf des Maurers. In seine Ausbildungszeit wirkte er am Bau der Kindertagesstätte am Weinberg und in der Forststraße sowie in Premnitz am See, wo auch Wohnblocks erstellt wurden, mit. Nach bestandener Facharbeiterprüfung wurde er seitens des Kreis-Baubetriebes zur Paten-LPG Spaatz als Betriebsmaurer abgeordnet. Der Besuch der einzigen infrage kommenden Baufachschule in Magdeburg wurde ihm trotz bestandener Aufnahmeprüfung verwehrt, weil sein Vater weder Arbeiter noch Bauer war. Die Baufachschule gab ihm und den anderen abgelehnten Bewerbern den Rat, sich ein Jahr lang in der Arbeit zu bewähren. Danach wäre eine erneute Bewerbung möglich. Er würde dann unabhängig von der Aufnahmeprüfung zum Studium zugelassen werden. Die Familie verlegte darauf 1955 ihren Wohnsitz nach Mainz.

clip_image007Mainz

Mainz wurde der künftige Lebensmittelpunkt für 45 Jahre. An eine Aufnahme des Studiums war in den ersten Jahren nicht zu denken. Er ließ deshalb seinen ursprünglichen Wunsch, Bauingenieur zu werden, fallen. Hans-Jürgen Bock arbeitete neun Jahre lang bei einem Autohersteller Mercedes und Ford. Er wechselte 1968 in den Öffentlichen Dienst der Stadt Mainz. In einem Zeitraum von zehn Jahren qualifizierte er sich in der Stadt Mainz und erhielt auch die Ausbildung zum Programmierer für Großrechenanlagen.1990 wurde er zum Verbandsbürgermeister der Verbandsgemeinde Heidesheim am Rhein gewählt und ließ sich als Beamter des höheren Dienstes in die 10.000 Einwohner große Gemeinde versetzen. Er war auch Standesbeamter. Hans-Jürgen Bock hat dafür gesorgt, dass ein neues Zentrales Verwaltungsgebäude für die Verbandsgemeinde ca.1996 errichtet wurde.

clip_image002[1]Zentrales Verwaltungsgebäude
der Verbandsgemeinde Heidesheim am Rhein

clip_image004[1]Ratssaal im
Zentralen Verwaltungsgebäude
der Verbandsgemeinde Heidesheim am Rhein

 

Nach Ablauf der zehnjährigen Wahlzeit wurde er 2000 in den Ruhestand versetzt und nahm seinen Wohnsitz in Bad Kissingen (Unterfranken). 2014 zog er in das benachbarte Bad Brückenau im Landkreis Bad Kissingen um. Hans-Jürgen Bock heiratete am 28.08.1959 in Ginsheim, Kreis Groß-Gerau Erika Wolf. 1960 wurde dem Ehepaar der Sohn Michael und 1963 der Sohn Thomas geboren. Seinem Geburtsort Rathenow blieb Hans-Jürgen Bock sein Leben lang verbunden. Er spendete die Dachsteine Nr. 2734 -2743 (100,00 €) für den Wiederaufbau des Kirchenschiffdachs, das 2010 mit den Kreuzgewölben vollendet werden konnte. Am 04.08.2007 besuchte er mit seiner Cousine Helga Schmidt und seinem Cousin Jürgen Schmidt die Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow.

clip_image009Von links: Jürgen Schmidt, Helga Schmidt, Hans-Jürgen Bock

Am 10.07.2007 trat er dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e. V. bei. Er ist auch Mitglied des Vereins „Memento“, der sich um den Wiederaufbau der Auferstehungskirche (Friedhofskapelle) auf dem Weinberg bemüht.

Hans-Jürgen Bock besuchte am 01.07.2016 die Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow. Bei seinem Besuch spendete er die Säulensteine Nr. 10103 -10112 (50,00 €) für den Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum. Der Förderkreis bedankt sich für die Spende.

© Dr. Heinz-Walter Knackmuß 02.01.2015 und 13.07.2016

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