Biografie von Günter Thonke

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 1. Januar 2011 15:00

 

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Otto Martin Günter Thonke wurde am 17.10.1928 im Städtischen Krankenhaus Rathenow geboren. Er wurde  vom Superintendenten Waldemar Ettel in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche getauft. Sein Vater Gotthilf Wilhelm Thonke war Konditormeister in Rathenow. Sein Großvater Otto Thonke (* 17.10.1861 - † 07.11.1942) war 1897 als Schmiedemeister aus Seeren Kreis Oststernberg (heute Polen) nach Rathenow gekommen und hatte eine Schmiede in Rathenow in der Havelstr. 16, Ecke Kleine Burgstraße. Seine Mutter Emmi Ida Thonke, geborene Müller, kam von einem mittleren Bauernhof aus Buckow bei Wudicke. Günter Thonke wuchs mit seinem Bruder Friedrich Wilhelm auf, der am 03.07.1944 geboren wurde.
Er besuchte drei Jahre lang die Grundschule in der Jahnstraße und kam dann 1938 zur Oberschule am Schulplatz, die er nach Abschluss der Untersekunda (10.Klasse) 1943 verließ.

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Schulzeugnisbuch vom 28.04.1938

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Freischwimmerzeugnis vom
03.08.1938

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Zeugnis über den Religionsunterricht
vom 30.06.1942

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Abgangszeugnis der Städtischen Oberschule
für Jungen von 1943

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Ausweis mit Passbild von Günter Thonke
als Mitglied der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gemeinschaft e.V.
vom 16.08.1943


  
 
Er sollte vom Superintendenten Georg Heimerdinger am 28.02.1943 in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche konfirmiert werden. Da der Superintendet erkrankte, wurde er von Pfarrer Detert konfirmiert.
Der Konfirmationsspruch lautete: "Ich bin der allmächtige Gott, wandle vor mir und sei fromm" (1.Mose 17,1). Nach er Schule begann er eine Lehre als Bäcker bei seinem Vater, wurde aber nach vier Wochen zum Bäckermester Otto Wiedecke nach Potsdam geschickt, wo er bis zum Januar 1945 seine Lehre als Bäcker abschloss. 1945 erhielt Günter Thonke die Einberufung zum Wehrertüchtigungsdienst und eine Stunde später zum Arbeitsdienst nach Laaslich in der Prignitz und später nach Bad Wilsnack und Appendorf am Deich. Günter Thonke erhielt den Befehl nach Berlin zu gehen, um Berlin zu befreien. Er kam dabei zwischen die russische und amerikanische Front und wurde in der Nähe von Schwerin von Amerikanern gefangen genommen und kam in ein Lager nach Holstein in Schleswig-Holstein. Von dort wurde er 16jährig nach Magdeburg entlassen. Von Magdeburg fuhr er mit einer Kohlelore nach Stendal und kam, mit einer Eisenbahnermütze verkleidet, bei Tangermünde über die Elbe und langte am 16.07.1945 in Rathenow-West (Neue Schleuse) an, wo seine Großmutter wohnte, die ihm berichtete, dass die Eltern lebten. Er kehrte zu seinen Eltern zurück und arbeitete als Bäcker. Im Frühjahr 1946 wollte er mit seinem Freund Manfred Mertens zum Bismarckturm. Dabei wurden beide von der GPU (sowjetischer Geheimdienst) verhaftet und verhört. Man warf ihnen vor, sie wollten das Wasser verunreinigen. Beide wurden aber wieder frei gelassen. Er arbeitete dann weiter als Bäcker bei seinem Vater, der zu ihm sagte: "Groß werden wir nicht mehr. Klein werden; das ist schwer". Neben der Arbeit in der Backstube mussten auch "Steine gekloppt" werden. Die Familie besaß ein Grundstück in der Berliner Straße 25, das bis zum Hotel Großer Kurfürst reichte.

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Hotel "Großer Kurfürst" (links) in Rathenow
Berliner Straße vor 1939

Das versuchte die Familie wieder aufzubauen. 1960 wurde das Gebiet zum Aufbaugebiet erklärt und und nach dem Entschädigungsgesetz "abgewickelt". 1946 legte Günter Thonke die Gesellenprüfung als Bäcker beim Bäckermeister Blesing in der Großen Burgstraße in Rathenow ab. 1951 erhielt er in Potsdam nach bestandener Prüfung die Anerkennung als Bäckermeister und 1955 als Konditormeister. Er arbeitete 17 Jahre unter der Leitung seines Vaters und sein Vater arbeitete, nach dem der Sohn die Geschäftsführung übernommen hatte, noch 17 Jahre bei seinem Sohn. Sein Vater hatte ein Motto, das ihm auch oft im Kopf herumgeht.

Wer bei allem Tun und Denken

immer in die Zukunft starrt,

wird die Zukunft nicht gewinnen

und verliert die Gegenwart.

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Bäckermeisterurkunde vom 16.10.1951
vom Meisterausschuss
der Handwerkskammer des Landes Brandenburg

 
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Konditorurkunde vom 20.07.1951
der Landesregierung Brandenburg
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit

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Konditormeisterurkunde vom 13.07.1955
vom Meisterausschuss der Handwerkskammer
des Bezirkes Potsdam

 
Am 22.02.1958 heiratete er Anna Amanda Renate Tille, die als Saatzuchtassistentin in Bernburg arbeitete. Die Trauung fand in der Dorfkirche in Bindfelde statt, wo sie der Tangermünder Pfarrer Felgenträger traute.Der Trauspruch lautete: " Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen" (1. Korinther 13,13).
Dem Ehepaar Thonke wurde am 04.12.1960 der Sohn Detlef und am 28.11.1965 der Sohn Olaf geboren. Günter Thonke hat jetzt sechs Enkelkinder, die er sehr liebt. 1960 übernahm er den väterlichen Betrieb, nachdem er 17 Jahre bei seinem Vater angestellt war. Sein Vater war dann ebenfalls noch 17 Jahre beim Sohn angestellt. Bis 1988 führte Günter Thonke die Bäckerei. Dann übergab er sie an seinen Sohn Olaf Thonke. Bis 1992 arbeitete er noch im Bäckerbetrieb mit.

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Bäckerei Thonke in der Bahnhofstraße in Rathenow

Er fand für sich neue Aufgaben. Er hatte für sich die Schriftstellerei und die Heimatforschung entdeckt und war nun unermüdlich damit beschäftigt, Geschichten, Anekdoten und Glossen zu schreiben. Die Werke von Günter Thonke sind sehr vielfältig.  Auch zu aktuellen politischen Themen äußerte er sich öffentlich. Sein tiefgründiger Humor fand bald ein breites Publikum, denn er hatte die Gabe, andere Menschen zum Lachen zu bringen oder wenigsten zum Nachdenken. Deshalb wurde er am 06.05.2009 zum Ehrenbürger der Stadt Rathenow ernannt. Am 16.05.2009 trat er dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. bei.

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß (04.07.2009)

Videos wurden am 01.03.2013 erstellt

1. VideoKindheit und Schulzeit

 

2. Video- Einberufung und Krieg

 

3. Video- Nachkriegszeit

 

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4. Video- Einheit Deutschlands 1990

    und Arbeit als Schriftsteller


Literarischer Beitrag des
88jährigen Ehrenbürgers der Stadt Rathenow
zur Gala anlässlich 800 Jahrfeier von Rathenow im Kulturzentrum
28.12.2016

Zum 800. Ersterwähnungstag

"Der Horizont von Rathenow"

Acht Jahrhunderte in die Welt geblickt,
mal erbaut und oft genickt.
So erging es Rathenow!
Andere um uns rum und anderswo,
die hatte oft mehr Glück gehabt.
Doch ab und an hat es geklappt,
da war man hier davon gekommen!
Da war das Schicksal uns gesonnen!
Erstmals ward der Ort erwähnt,
als heir kaum einer lesen konnte,
was Mönche einst für wichtig hielten,
als sie uns lasen die Leviten,
die meisten waren hart im Ohr
und das ist heute wie zuvor!

Hier an der Havel um die Ecke,
gab "Solche" es und "Sonnewecke!"
Zogen "Sonnewecke" weiter,
so fanden "solche" es dann heiter,
bis "Kluggewordne" wiederkamen,
dann an der Havel glücklich waren,
bei Sonnenschein und klarer Sicht
und neuem Mut in aufrichtiger Pflicht!
Erhört, gehorcht ward mancher Ton,
genetisch oft verändert schon,
wodurch auch manches aufgefrischt!
Gemeinsam saß man froh bei Tisch,
teilte diesen und das Bett
und war einander zeitweise nett,
wenn sich so die Dinge banden,
ist Friede dann im Haus vorhanden!
Doch eigene und fremde Gene,
man glaubt es kaum,
die schauten gerne über´n Zaun,
nachdem, wie es die anderen trieben.
Das war nicht immer dann ein Lieben!

Das Gute oder da Böse tun,
wer ist dagegen schon immun?
Ein Jeglicher gar, der ist es nicht,
wenn er davon sich was verspricht!
Wer immer eine Meinung hat, -
der tat sie kund hier oft zu matt.
Doch im Oberhaus der Stadt,
wo einst auch schon man Sorgen hatt
als die Einen "hue", die andern "hott",
sorgten für der Bürger Spott!
Einst Ratsherr Heider, der mit seinem Gang,
sagte einfach kurz wie lang,
dass er die Hälfte dieser Welt,
rundherum für Esel hält
und entschuldigte sich dann fein,
dass die Hälfte keine sein!

Nicht immer tat der Stadt es gut!
Drum bleibet ständig auf der Hut!
Denn wer den Hut hat auf dem Kopf,
der schaut voraus in seinem Schopf,
auf Vor- und Rücksicht jener baut,
Sicherheit und Macht bewahrt, - nicht klaut,
nur Friedlichkeit, die führt zum Ziel,
das oft zu hoch ist oder niedrig,
was wiederum an dann kotzt, weil widrig!
Ob lang, kurz, dünn oder dick,
jedem sitzt sein Schicksal im Genick
und abnickend wird zu oft gemacht, -
was von Oben wird gesagt!
Und Unten graben sie das Loch,
die es anders herum gemocht!
So läuft es schon seit Ewigkeiten,
wir sollten nicht  darüber streiten!

Wie es kommt, so ist es eben -
das ganze nennen wir: "Das Leben"!


Werke von Günter Thonke

 
  1. Die Apothekerraupen
  2. Beiderseits der Havel von Rathenow bis Plaue
  3. Aus dem wendischen Sprachschatz
  4. Benebelt im Nebel
  5. Auf dem Bock und unterm Rock 
  6. Das Rosenfest
  7. Des Lehrers Ankunft
  8. Dett segge ick nich!/…zum Kotzen!
  9. Die beiden Mahler
10. Die Eieruhr des Pastors
11. Die Havel
12. Wenn nach langem Arbeitsleben
13. Wenn du denkst du denkst
14. Währungen währen nicht ewig
15. Bonn an der Havel
16. Een Wetta wie int Märchen
17. Apropos Prozente
18. Der Panoramablick
19. Frühlingserwachen
20. Bankgespräche
21. Det kannste vajessen
22. Hallihallo
23. Det Bank-Zeit-Konto
24. Die Bank am Havelblick
25. Ir(r)en ist menschlich
26. Höret nicht auf anzufangen
27. EurOPAeer
28. Für eine freudige Zukunft
29. Man war dann mal weg
30. Kater Podolski`s Vogelschar
31. Der Lebensinn eines Fischers und eines Bankers
32. Mit den Beinen auf der Erde
33. Schwarze Tage
34. Die Ergebung
35. Die Kleinwegsamkeit
36. Die See(h)-Blicker
37. Die Steckelsdorfer Windmühlen
38. Die Uhr
39. Ein Nesthocker
40. Ein gewitzter Hund und mehr
41.
Eine durstige Seele
42. Von Not und Tugend
43. Über das Essen und Trinken, den Leib und die Seele
44. Die feurige Caroline
45. Fischer und Banker
46. Zeitlebens
47. Geldgeschichte
48. Bankgeschichte
49. Mit Pauken und Trompeten kommt 2013
50. Jahre und Zeiten
51. Kein Kreuz mit dem Kreuz
52. Uns reichte es immer
53. Von Liegen und Lage
54. Wenn du denkst du denkst
55. Von Vorzeiten
56. 85. Geburtstag
57. Refo oder Revu im Himmel
58. Was kunft noch zu?
59. Ein alter Mann
60. Eine Sicht aus Lehrjahre der Zeiten
61.
Vom Aushalten der Zeit



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Biografien

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