Biografie von Christine Ermisch

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 16. Januar 2011 09:27


 

Ermisch-C

Christine Angelika Ermisch, geborene Schulze, wurde am 12.12.1944 in Arnstadt (Thüringen) geboren. Ihr Vater Hermann Schulze war Kaufmann und arbeitete im Großhandel für Weißwaren und Nähereien der Schwiegereltern. Später war er Abteilungsleiter in einer Großhandelsgesellschaft für Haushaltswaren. Die Mutter Elsbeth Schulze, geborene Dieterich, war Leiterin eines Großhandels für Nähereien. Sie nähte Oberhemden für den sehr begehrten Exquisithandel in der DDR (Deutsche Demokratische Republik). Sie scheint eine sehr couragierte Frau gewesen zu sein, denn sie hatte als erste Frau in Arnstadt einen Führerschein und fuhr Auto. In den Bombennächten des zweiten Weltkriegs empfahl der Großvater seiner Tochter die kleine Christine bei Fliegeralarm doch nicht mit in den Luftschutzkeller zu nehmen, sondern in der wohligen Wärme des häuslichen Herdes im Körbchen stehen zu lassen. Die Mutter ließ sich aber auf solche Vorschläge nicht ein und nahm ihre Kinder immer mit den Luftschutzkeller. Dank dieser Umsicht entging Christine einem Volltreffer auf das elterliche Haus.

Christines ElternhausElternhaus der Christine Ermisch in Arnstadt

Sie wuchs mit einem am 27.12.1939 geborenen Bruder Hans-Joachim auf. Christine Ermisch besuchte die Geschwister-Scholl-Schule in Arnstadt und absolvierte hier die 10. Klasse. Pfarrer Martin Nagel von der Evangelisch-Lutherischen (Altlutherischen) Gemeinde in Thüringen konfirmierte sie am 05.06.1960. Ihr Konfirmationsspruch lautete: "Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln." (Psalm 23,1). Nach der Schule besuchte sie von 1962 - 1965 die Medizinische Fachschule in Erfurt und wurde Kinderkrankenschwester. Danach arbeitete sie von 1965 -1967 als Kinderkrankenschwester auf der Frühgeborenenstation des Kreiskrankenhauses Arnstadt. Am 28.05.1966 heiratete sie den Diplom-Ingenieur Hans-Martin Ermisch. Ihr Schwiegervater war Pfarrer und traute  das junge Paar an der Johann-Sebastian-Bach-Kirche in Arnstadt.   Der Trauspruch lautete: " Über alles ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit und der Friede Christi regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid." (Kolosser 3,14-15a). In Arnstadt, der Kreisstadt des Ilm-Kreises, erzählt man sich bis heute die Legende des Grafen von Gleichen, der auf der Wachsenburg gelebt haben soll.

 

 J.S.Bachkirche in Arnstadt Traukirche von Christine
Johann-Sebastian-Bach-Kirche in Arnstadt


Die kleine Familie zog wegen eine Anstellung des Ehemannes 1967 nach Rathenow um. Christine Ermisch arbeitete ab 1967 als Kinderkrankenschwester auf der Kinderstation und auf der Wochenstation des Paracelsus-Krankenhauses in Rathenow. Am 23.02.1968 wurde dem Ehepaar die Tochter Anke und am 07.01.1972 der Sohn Veit geboren. Christine Ermisch wechselte zur Arbeitsmedizin und war zunächst von 1970 an vier Jahre als Fachschwester für Arbeitsmedizin bei der PGH (Produktionsgenossenschaft des Handwerks) Duncker, danach 10 Jahre im Betonwerk Rathenow und 10 Jahre im Gesundheitswesen tätig. 1990 wurde Christine Ermisch als Beigeordnete für Gesundheit und Soziales der Stadt Rathenow gewählt. Seit 1994 war sie dann Leiterin des Sozialamtes der Stadt Rathenow und blieb in diesem Amt bis zum Erreichen des Rentenalters. Seit 1994 ist sie ehrenamtliche Richterin am Landessozialgericht in Potsdam. 2005 gründete sie unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Krankenhaushilfe einen Besuchsdienst im Krankenhaus und in Altenheimen (Grüne Damen und Herren), deren Einsatzleiterin sie ist. Sie liebt ihren Garten über alles und hat sich um ihr Haus ein kleines Paradies geschaffen, in dem sie nicht müde wird in ihrer Freizeit so viel wie möglich zu werkeln. Sie hat zwei Enkelkinder, die sie innig liebt. Sie ist, so oft es geht, mit ihnen zusammen und liest ihnen gern etwas vor. Christine Ermisch ist seit dem 15.09.1996 im Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. Sie hat die Satzung mit erarbeitet und gehört zu den Gründungsmitgliedern. Sie ist im Vorstand des Förderkreises und bekleidet das Amt der Schriftführerin.

Die Legende vom Grafen von Gleichen

 
© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß (03.04.2009)

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